Problembeschreibung:

Warum habt Ihr Euch für diese Herausforderung entschieden?

Wir, eine Gruppe bestehend aus Lehrer*innen, Sonderpädagog*innen an unterschiedlichsten Schulformen, Eltern und Schülern haben während der Coronakrise festgestellt, dass es zwar bereits viele Angebote zum digitalen Lernen gibt, diese aber nur in sehr geringem Maße das inklusive Unterrichten von Schüler*innen mit und ohne Beeinträchtigungen berücksichtigen. Wir sehen es ähnlich wie Herr Prof. Dr. Schratz, Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises “die “Krise” als Chance zu begreifen”(https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/corona-krise-das-deutsche-schulbarometer-diese-krise-ist-eine-jahrhundertchance/), und wollen folglich diesem Desiderat entgegenwirken und erste Lösungsansätze aufzeigen wie gut durchdachter digitaler und inklusiver Unterricht gelingen kann.

Was ist aus Eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?

Im Netz, dem Marktplatz der Möglichkeiten, gibt es momentan noch zu wenige Informationen wie gutes Homeschooling unter Einbeziehung der Kerngedanken von Inklusion und Gleichberechtigung organisiert und durchgeführt werden kann.

Wer ist von dieser Problemstellung betroffen?

Unmittelbar ist die gesamte Schülerschaft davon betroffen, da jedes Kind individuell lernt und entsprechend seinen/ihren Möglichkeiten und Potenzialen bestmöglich gefördert werden sollte - sowohl im Präsenzunterricht als auch im Homeschooling. Des Weiteren sind natürlich auch die Lehrer*innen und Sonderpädagog*innen betroffen, weil sie das Unterrichtsgeschehen planen und lenken. Zudem die Schulleitungen und politische Entscheidungsträger*innen in den BIldungsministerien und Schulverwaltungen, welche die Rahmenbedingungen für gelingenden, inklusiven Unterricht schaffen. Und zuletzt natürlich auch die Eltern, die in das Homeschooling auch eine Menge Energie investieren und an der bestmöglichen Unterrichtung ihrer Kinder interessiert sind.

Lösungsbeschreibung:

Was ist Euer Lösungsansatz?

Eine digitale Zusammenstellung von „Best Practice in digitalen, inklusiven Settings“ als Information und Auswahlhilfe für die Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht. Corona ist sprichwörtlich „in aller Munde“ und mit Blick auf die Kinder natürlich auch das Thema „Homeschooling“. Wir haben Konzepte, Methoden und Tools gesammelt, die sich in unseren Augen als inklusive Lösungen im Homeschooling bewährt haben und auch über die Krise hinweg zu einem gelingenden gemeinsamen Lernen führen können.

Von welchen Annahmen geht Ihr bei Eurem Lösungsansatz aus?

Wir gehen davon aus, dass viele Lehrer*innen und Sonderpädago*innen in der vergangenen Phase der coronabedingten Schulschließungen ebenso wie wir feststellen mussten, dass es nicht einfach ist bei der Informationsflut an digitalen Plattformen, Werkzeugen, Tools etc. die bestmöglichen für seinen eigenen inklusiven und digitalen Unterricht auszuwählen. Viele befreundete Kolleg*innen berichteten von Sorgen, dass gerade ihre Schüler*innen mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen im Homeschooling auf der Strecke bleiben würden und sie deren Erfordernissen digital nicht gerecht werden könnten bzw. einfach (noch) nicht wüssten wie dieses gelingen kann

Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?

Unsere Lösung ist daher im Sinne eines Prototyps ein digitales Klassenzimmer mit verschiedenen zeitlichen, räumlichen, sozialen, methodischen und materiellen Aspekten so auszustatten, dass sich Lehrer*innen und Interessierte zum Thema „Digitaler, Inklusiver Unterricht“ zurechtfinden. Im Grunde ist dieses Thema für jede inklusiv arbeitende Schule bedeutsam; und damit laut UN-Behindertenrechts-Konvention (Art. 24 - Bildung) für JEDE Schule!

Welchen Einfluss hat Eure Lösung auf die aktuelle Situation?

Die beteiligten Personen unserer Challenge haben jeweils vielfältige Erfahrungen in Bezug auf „digitale Bildung“ in Verbindung mit inklusiver Arbeit gemacht worden. Da die momentanen Einschränkungen zwar nach und nach nun heruntergefahren werden, ein Zurück in den „normalen Schul- und Unterrichtsalltag“ es aber auch auf lange Sicht (noch) nicht geben wird, denken wir, dass das die Verzahnung von inklusivem Unterricht und Homeschooling eine sehr große Relevanz -nicht nur für den sonderpädagogischen Bereich- hat!

Was ist der langfristige Wert Eurer Lösung?

Wir wissen von vielen befreundeten Kollegen aus anderen Schulen, dass die coronabedingten Schulschließungen zu sehr unterschiedlichen Herangehensweisen und Konzeptentwicklungen geführt haben. Wir sind überzeugt, dass unser Prototyp zu Best Practice-Beispielen, wie inklusiver, digitaler Unterricht geplant, organisiert und dargestellt werden kann sowie ein Austausch über Konzepte, Methoden und digitale Möglichkeiten, mit denen alle Schüler gemeinsam im Homeschooling gefördert wurden, ist unabdingbar – gerade mit Blick auf die Zukunft.

Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit Eurer Lösung?

Unser Prototyp ist so aufgebaut, dass sich der Nutzer innerhalb des digitalen, inklusiven Klassenzimmers durch den Raum „bewegen“ kann, indem er auf einzelne Objekte klickt, die dann wiederum auf eine neue Ebene verweisen. So führt beispielsweise ein “Werkzeugsymbol” zu guten Tools oder Plattformen, eine Glühbirne zu weiteren Informationen. Unsere Lösung ist beliebig erweiterbar und wird dennoch nie vollständig sein, da die Digitalisierung stetig voranschreitet und neue Perspektiven eröffnet. Unser Prototyp kann jetzt schon im Praxis eingesetzt werden. Wir haben uns bewusst für diese Oberfläche entschieden, um alle Lehrer*innen in die digitale Welt zu integrieren und eine Verbindung zur digitalen Kultur zu ermöglichen.

In der zukünftigen App-version, die im Nachgang dieses Hackathons und als Weiterentwicklung des Prototyps entstehen kann, wollen wir noch mehr interaktive Elemente einbauen. Erste Gedanken dazu sind, dass die verwendeten Cliparts (Schüler*innen und Lehrer*innen) mit von uns besprochenen Audiodateien verknüpft werden, sodass der Leser sich die Informationen auch anhören kann. Oder dass sich Schubladen, Bücher etc. öffnen lassen, welche dann weiteren informativen Inhalt enthalten.

Vorgehen und Fortschritt:

Wie ist der Lösungsansatz entstanden?

Die Lösung ist uns im Laufe der Woche nach gemeinsamen Brainstorming-Sessions, bei denen sich jede(r) mit seinen Erfahrungen und Ideen einbringen konnte, erst gekommen. Daher haben wir zum Zeitpunkt der Abgabe des Videos am Freitag auch noch kein vollständig ausgefülltes „digitales, inklusives Klassenzimmer“. Wir denken allerdings, dass dies recht bald fertiggestellt werden kann.

Was waren die wichtigsten Meilensteine während der Hackathon Woche?

Folgende Meilensteine waren unserer Meinung nach ausschlaggebend für den nun entstandenen Prototypen: o Bildung des Teams o Reguläre Zoom-Meetings zu festen Zeiten innerhalb der Woche o Ideensammlung über trello.com o Zeichnerische, konzeptionelle und Mediendesigner Fähigkeiten mehrerer beteiligter Personen o Teamgeist, entstehende Dynamik im Laufe der Woche

Wenn Ihr auf einer bestehenden Lösung aufgebaut habt: bitte beschreibt den Status am Anfang des Hackathons, so dass wir den Fortschritt während der Woche angemessen beurteilen können.

Unsere Losung ist neu und es gab vor dem Event keine Vorarbeiten.

Prototyp:

Wenn vorhanden: Wo finden wir Euren ersten Prototypen (Link)?

Unser Prototyp ist im Projekt als Datei eingefügt

Wenn vorhanden: Wo finden wir den Code zu Eurer ersten Lösung (Link)?

Alternativ: Wie könnte die kleinste nutzbare Version Eurer Lösung aussehen? Erste Ideensammlung über trello: https://trello.com/b/cHId5xF6/best-practice-in-inklusiven-digitalen-settings

Unser digitales, inklusives Klassenzimmer: https://docs.google.com/presentation/d/1MAv8ysw54e2apfwsKcrkRbqwgDeFcxYgCmyAVeIj1bg/edit#slide=id.g8988ad5a75_36_0

Nächste Schritte:

Wie testet ihr Eure Annahmen?

Es ist geplant, das Tool Lehrer*innen und Sonderpädagog*innen anderer Schulen zur Verfügung zu stellen, damit sie es in ihren Schulen testen können. Diesen Testphasen kann dann eine Evaluation folgen, in denen die Testpersonen reflektieren können, inwieweit ihnen unser Tool geholfen hat digitalen inklusiven Unterricht zu planen und durchzuführen.

Was ist aus Eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung?

Für unseren Prototyp wollen wir nach den Testläufen das besagte Feedback bei den Testpersonen über menti.com abholen und für die weiteren Schritte berücksichtigen. Wir würden gerne unsere Lösung von einem einzelnen Klassenzimmer auf die gesamte Schule erweitern. Das Klassenzimmer soll sich zu einem gesamten Schulhaus entwickeln. Jedes Klassenzimmer könnte dann ein unterschiedliches Thema bekommen, zu dem der Leser dort Informationen, Anregungen, Tipps etc. für digitales inklusives Unterrichten bekommen kann. Zudem ist geplant bereits bestehende Unterrichtsunterlagen (evtl. auch in Form von Unterrichtsskizzen oder Videos) und ‘best-practice’ Beispiele zu integrieren und die Lösung als App umzusetzen, damit jederzeit darauf zugegriffen werden kann.

Was benötigt Ihr für den nächsten Schritt (Ressourcen, Know-How, Budget)?

Wir benötigen Software Entwickler, UX-Designer, Agile Coach. Budget muss noch kalkuliert werden. Zudem kann dieses Tool beliebig erweitert werden. Dazu benötigt man einen großflächigen Austausch unter inklusiv arbeitenden Lehrpersonen & Schulen. Gelungene Unterrichtssituationen, Tools und Plattformen müssen gesammelt und verbreitet werden.

Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?

Wir haben das Prototyp gemeinsam als Team entwickelt. Projekt Manager Olga Zabello, Produktdesigner Andrea Bleil, Jasmin Stolz, Manuel Bach, Tester: Nina Rotert, Jannik Behle Mediengestalter:Janis Gottinger, Jan Loeschner

Wir sind sehr an einer Umsetzung interessiert und wollen diesen Prototyp natürlich auch selbst bei unserer Unterrichtsplanung und -durchführung als Unterstützungsmaßnahme hinzuziehen. Eine Umsetzung in Form einer App o. Ä., die allen Lehrer*innen und Interessierten kostenlos zur Verfügung steht, und Tipps und Anregungen zur Arbeit in digitalen, inklusiven Settings bietet, liegt uns sehr am Herzen.

In weniger als einer Woche ist bereits ein Klassenzimmer durch unsere Zusammenarbeit entstanden. Es ist uns wichtig, dass bei der Weiterentwicklung unseres Prototyps möglichst viele Erfahrungen und Meinungen von Lehrer*innen, Sonderpädagog*innen, Eltern usw. einfließen, sodass man den Ideenreichtum und die Vielfalt aller produktiv nutzen kann. In einer Woche haben wir zu acht versucht, all unsere Ideen einzubringen und kreativ darzustellen. Unser Wunsch ist es, durch die gemeinsame Erstellung dieses Prototyps einen Beitrag zur Arbeit in digitalen, inklusiven Settings zu leisten.

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