Was hat uns angetrieben?

Wir haben gemeinsam festgestellt, daß es sehr viele Defizite im technischen Bereich der Digitalisierung an Schulen gibt. Gerade die Schulschließung, bedingt durch Corona, hat gezeigt, wie schlecht die Schulen zum Teil ausgestattet sind und eine einfache Kommunikation zwischen Schule und Schülern hat das System schon oft an seine Grenzen gebracht. Viele Schulen haben sich jetzt mit improvisierten Insellösungen beholfen um ein Mindestmaß an "digitalem" Unterricht zu bieten. Gerade diese Insellösungen sind oft sehr abhängig von einzelnen Personen und erfordern einen hohen Betriebs- und Wartungsaufwand. Vielfach sind die Lösungen nicht konform mit der DSGVO und grundlegenden Sicherheitsanforderungen. Eine defekte Festplatte kann da schon das Aus einer gesamten Schulinfrastruktur bedeuten. Auch gibt es die Schulen, die von Schulträgern ausgestattet werden und hier oft kein Mitbestimmungsrecht hinsichtlich der Ausgestaltung haben und eine Lösung übergestülpt bekommen, die für Schulen nicht geeignet ist.

Was haben wir gelernt?

Wir haben gelernt, daß die Bundesländer hier sehr unterschiedlich agieren. Auch haben wir gelernt, daß wir größer Denken müssen und auch abstrahierter. Lösungsansätze, die bereits konkrete Hersteller oder Anbieter beinhalten sind nicht zielführend.

Herausforderungen

Die größte Hausforderung ist eigentlich der Bildungsföderalismus. Wir haben 16 Bundesländer, die immer noch völlig disparat agieren und die Digitalisierung ihrer Schulen mehr oder weniger gut vorantreiben. Jedes Bundesland versucht da sein eigenes Süppchen zu kochen und überlässt einfach viele Entscheidungen den Sachaufwandsträgern in den Kommunen. Eine zweite Herausforderung, die wir gesehen haben, war das Bereitstellen von Kommunikationslösungen, die rechtssicher und DSGVO-konform sind. Häufig wird diese Entscheidung Schulleitern oder gar Lehrern überlassen.

Lösungsbeschreibung

Basisfunktionalitäten wie Benutzerverwaltung oder Datensicherung sollten möglichst zentralisiert in einer Cloud implementiert werden. Diese Multi-Cloud kann auf Bundes-Ebene betrieben werden und lässt somit den Bundesländern die Freiheit ihre eigene Cloud innerhalb dieser Infrastruktur zu betreiben. So lassen sich Kosten für Anschaffung, Betrieb und Wartung minimieren, nicht nur auf Seiten der Schulen und Schulträger, auch für die einzelnen Kultusministerien. Ein solcher Ansatz ist auch vom Stromverbrauch her wesentlich ökologischer, als wenn jede Schule oder jeder Schulträger eigene Server betreiben würde. Diese Cloud wäre für alle deutschen Schüler einfach über das Internet zu erreichen und könnte in den Schulen über flächendeckende WLAN Ausleuchtung und Breitbandanschluss bereitgestellt werden. Ein Breitbandanschluss kann gegebenenfalls auch über mobile Anbindung mit APN am 4G/5G Mobilnetz erfolgen. Digitale Tafeln, Dateiablagen, Lernplattformen, Drucker, Beamer, Tablets und Endgeräte jeglicher Art und Betriebssystems können direkt an die Cloud angebunden werden. Über einen App-Store und durch konsequente Verwendung technischer Standards besteht die Möglichkeit, indiviuelle Lösungen zu integrieren. Damit bleibt das System offen für neue innovative Ideen und Spezialanforderungen. Unser Ansatz ist technisch auf der Höhe der Zeit, schnell umsetzbar und beliebig skalierbar. Der Support kann zentralisiert bereit gestellt werden, die Wartung vor Ort wird stark reduziert, da die aufwendige Serverarchitektur nicht mehr lokal betrieben wird. Wenn die Politik entsprechende Prioritäten setzt, könnten schon im nächsten Schuljahr die meisten Schulen wesentlich besser digitalisiert sein, als das in diesem Frühjahr der Fall war.

Zusammenfassung und Ausblick

Unser Vorschlag beinhaltet hier eine Herangehensweise der die einzelnen Bundesländer ihre Bildungshoheit behalten lässt, der Synergieeffekt aber über die gemeinsame Ressourcennutzung erreicht wird. Unser Ansatz ist kosteneffektiver und umweltfreundlicher als Einzellösungen von Bundesländer, Kommunen oder gar einzelnen Schulen. Der Wartungsaufwand an den Schulen wird minimiert, Lehrer können sich wieder auf ihre Kernaufgabe, den Unterricht, konzentrieren. Dieses Konzept ließe sich sehr schnell umsetzen und könnte nach den Sommerferien, falls es zu weitern Schulschließungen oder Hybridunterricht kommt, direkt zum Einsatz kommen und würde allen Schulen die zentralen Dienste rechtssicher und DSGVO-konform zur Verfügung stellen.

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