Räume für Neugier - New Work meets New School

Ein Konzept für Schulen, welches Raum- und Zeit-unabhängiges Lernen durch das Zusammenführen der drei Bereiche SCHUL-COACHING, INNOVATION TIME und KREATIVRAUM „Study Hall" im Sinne eines "Werkzeugkoffers" ermöglicht.

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Problembeschreibung:

Der normale Alltag im Schulbetrieb ist so konzipiert, dass alle Schüler*innen vor Ort anwesend sind, einem vorgegebenen Stundenplan folgen sollen und das komplette Schulleben in der Regel auf dem Schulgelände stattfindet.

Die Schule in der “neuen Realität”, nach und während der Corona-Krise, stellt die aktuelle Form, wie in der Schule unterrichtet wird, auf den Kopf. Was bisher zur Normalität gehörte, wird neu hinterfragt.

„Wie kann die derzeitige Auflösung von orts- und schulgebundenem Lernen auch zukünftig sinnvoll implementiert werden, so dass asynchrones Lernen möglich wird?“

Neben sehr anfassbaren Problemen, wie der technischen Ausstattung, kommen durch die neue Form des asynchronen Lernens eher weichere “Mindset”-Probleme hinzu, wie z.B. Ängste vor Kontroll- oder Gesichtsverlust durch mangelnde Erfahrungen. Aspekte, die hauptsächlich Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern betreffen. Es fehlt an persönlicher Begleitung, um neue Methoden der Zusammenarbeit in der Schule durch moderne Ansätze einzuführen. Das führt dazu, dass asynchrones Lernen entweder erst gar nicht angewendet wird oder sich das Potenzial dieser Lernform nicht entfalten kann.

Lösungsbeschreibung:

Unser Ziel ist, alle Akteure in der Schule zum innovativen, kreativen und asynchronen Lernen zu befähigen. Mit unserem Konzept für Schulen, wird das Lernen Raum- und Zeit-unabhängig durch das Zusammenführen der drei Bereiche

  • Schul-Coaching
  • Innovation Time und
  • Kreativraum „Study Hall"

im Sinne eines "Werkzeugkoffers".

Das Konzept ist allgemein und modular gehalten, so dass sich jede Schule die für sie zutreffenden Aspekte auswählen kann, um asynchrones Lernen, individuell angepasst, sofort zu implementieren.

Die Nutzung ist für alle Schularten mit ihren Akteuren gedacht: Schüler*innen, Lehrer*innen, Schulleiter*innen und Eltern.

Konzept

Da bereits in allen drei Bereichen sehr attraktive Ideen, Konzepte und Projekte existieren, sehen wir unser Alleinstellungsmerkmal in der Zusammenführung der drei Bereiche, um auf diese Weise für das asynchrone Lernen ein Gerüst für die sofortige Umsetzung zu schaffen. Wir sehen unseren Beitrag als ein „Puzzleteil“ für weitere Kooperationen mit ähnlichen Projekten.

SCHUL-COACHES:

Schul-Coaches (intern) können die einzelnen Lehrer in einer Schule sein, die mit dem notwendigen modernen Mindset bereits aus sich heraus oder/und durch Weiterbildung ausgestattet sind. Sie können sich untereinander mit ihren Best Practices gegenseitig unterstützen, ermutigen und helfen.

Schul-Coaches (extern) können professionelle oder ehrenamtliche Coaches aus den Bereichen Kommunikation, agiles Arbeiten etc. sein, die als Sparringspartner für Lehrer*innen agieren können, um ihnen bei diesem neuen Schritt zur Seite zu stehen. Auch die ganzheitliche Beratung zur Einführung von asynchronem Lernen kann als Projekt angegangen werden.

INNOVATION TIME:

Aus gegebenem Anlass - Corona-Pandemie – lernen viele Schüler*innen teilweise von zu Hause in nicht-vorgegebenen Stunden-Rhythmen. Allerdings sind die Aufgaben meist so angelegt, dass die Schüler*innen an bestimmten Themen zu bestimmten Zeiten arbeiten sollen – was nicht unserem Verständnis von asynchronem Lernen entspricht.

Innovation Time ist notwendig, um die Stärken und Chancen des asynchronen Lernens, wie intrinsische Motivation durch Neugier, individuelle Interessen und Lerntempo etc. tatsächlich umsetzen zu können.

Dafür sollen mit der Innovation Time für Schüler*innen regelmäßige Zeit-”Frei”-Räume geschaffen werden, in dem sie asynchron lernen können oder auch allein oder gemeinsam Projekte bearbeiten können.

Dies kann jede Schule entsprechend ihrer Bedürfnisse umsetzen. Wir empfehlen mindestens zwei Schulstunden pro Woche, sowie “Vertretungsstunden” etc., am besten jedoch einen Tag pro Woche, um die Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen zu fördern und auch das Schul-Zeitmanagement zu entzerren.

KREATIVRAUM „STUDY HALL“:

Neben den klassischen Klassenzimmern kann ein Kreativraum im Schulgebäude das asynchrone Lernen vor Ort, jedoch unabhängig vom Klassenverband oder Stundenplan, ermöglichen. Auch bieten diese Räume einen inspirierenden Lernraum für Freistunden oder unsere “Innovation Time”. Somit könnte auch die Aufsichtspflicht weiterhin in der Schulzeit erfüllt werden.

In unserer Umfrage (Juni 2020) mit mehr als 40 Schülern wurden folgende Wünsche für eine Study Hall geäußert:

Umfeld:

  • Ruhe, keine Ablenkung, weniger Personen (> 75%)
  • eigener Platz, kein Gedränge, Raum für Bewegung (ca. 25%)
  • nette Aufsichts-/Unterstützungsperson, ausgebildeter Vertrauenslehrer (ähnlich wie Coach), Ansprechpartner (ca. 12%)
  • Raum zum Lernen, alleine oder in Gruppen & konstante Zugänglichkeit für Schüler*innen
  • weniger Leistungs- und Notendruck

Ausstattung:

  • gemütliche Atmosphäre, Dekoration und Einrichtung (>40%)
  • WLAN (> 35%)
  • Computer, Drucker, andere "technische Geräte" (ca. 25%)
  • nützliche Programme für den Unterricht an jedem PC und andere Hilfsmittel
  • gemütliche Möbel, große Tische
  • Bücher, Pflanzen, Wasserspender

Für diese Räume gibt es bereits wertvolle Konzepte aus dem New-Work Bereich für moderne Co-Working-Konzepte mit Ruhebereichen, Touchdown-Arbeitsplätzen etc., die als Vorbild dienen können. Oder man nutzt die Gelegenheit, den Schüler*innen die Umsetzung anzuvertrauen.

Vorgehen und Fortschritt:

Der Lösungsansatz ist durch integrativen und partizipativen Ansatz entstanden, gestärkt durch Feedback-Schleifen innerhalb und außerhalb des Teams. Das Team beinhaltet sowohl Lehrkräfte, Schüler*innen, schulnahe Personen und Eltern mit Kindern.

Wochenplan #wirfürschule Hackathon

Wochenplan

Vor der Lösungsfindung haben wir daran gearbeitet, ein gemeinsames Verständnis für das Thema “asynchrones Lernen” zu finden. Außerdem haben wir uns intensiv mit der Problemanalyse beschäftigt und dann auf Basis unserer Erfahrungen und Umfragen mit Stakeholdern die Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren herausgearbeitet.

Darauf basierend haben wir Lösungsansätze entwickelt, die Stärken und Chancen von asynchronem Lernen nutzen und Schwächen und Gefahren abbauen können. Unsere Top 6 Lösungsansätze, haben wir per Entscheidungsmatrix und Diskussion auf die drei wesentlichen Aspekten heruntergebrochen und die Toolbox-Lösung entwickelt.

Die finale Idee wurde durch Umfragen bei Schüler*innen und Coaches, sowie direkte Feedbackgespräche validiert und geschärft.

Am letzten Tag wurde in intensiver asynchroner und synchroner Team-Arbeit das Video, die Website und die Projektdokumentation finalisiert.

Unsere Haupt-Kommunikation fand via Slack, per Video-Chat, in täglichen Check-Ins und Check-Outs sowie durch die kontinuierliche asynchrone Arbeit in einem sich ständig weiter entwickelnden Miro-Board statt. Der Fortschritt ist im Anhang dokumentiert.

Prototyp:

Es gibt eine Website und ein Logo, um die Wiedererkennung zu gewährleisten.

www.newworkmeetsnewschool.de

Das Konzept und die weiteren Details zu den drei Grundelementen von “New Work meets New School” wird dort in Kürze zur Verfügung stehen und kontinuierlich auf Basis der Best Practices weiter ausgebaut.

Nächste Schritte:

Die kleinste nutzbare Version (MVP) unserer Lösung ist ein frei verfügbares Konzept (open-source) innerhalb einer Webplattform, die für alle verfügbar ist.

Für unsere drei Hauptbausteine möchten wir zunächst bestehende Best-Practices via Umfragen mit Schulen zusammentragen und auf unserer Plattform strukturiert darstellen.

Anschließend würden wir mit Hilfe von Checklisten auf wenige konkrete Schulen zugehen und in einem partizipativen Ansatz besprechen, welche Bedingungen schon positiv erfüllt werden und wo noch Bedarfe existieren, um das asynchrone Lernen erfolgreich zu implementieren. Idealerweise sind es Pilotschulen, die bereits mit ähnlichen Themen erste Erfahrungen gesammelt haben. Das kann dazu führen, dass schon in der hybriden Schulzeit 2020/2021 durch kontinuierliche Feedback-Schleifen, asynchrones Lernen mit allen Vorteilen etabliert werden kann und somit eine erste Blaupause existiert.

Erkenntnisse aus den Pilotschulen fließen direkt in die Best Practices der Plattform ein.

Neben der Verbreitung des Konzeptes möchten wir auch ein Netzwerk von Coaches initiieren, um die Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern bestmöglich zu begleiten. Hier bietet der #wirfürschule Hackathon eine ideale Möglichkeit Coaches zu finden.

Als Gewinner-Idee vom #wirfürschule Hackathon benötigen wir Folgendes für unsere nächsten Schritte:

  • Ein bis drei namhafte Sponsoren aus dem Bereich der Bildungspolitik
  • Expertise oder Finanzierung für die Medien-Präsenz/ Betreuung
  • Finanzierung/ Sponsoring für Pilotprojekte (Coaches, Raumausstatter, Designbüros, etc.)
  • Spirit & Freiraum “einfach machen” wie während des Hackathons
  • Ansprechpartner in den Pilotschulen

Der Großteil des Projektteams möchte auch nach dem Hackathon am Konzept und der Umsetzung weiterarbeiten.

Anhang

Alle Screenshots können hier gesehen werden

Stakeholder Analyse

Stakeholder

SWOT Analyse

SWOT1 SWOT2

Entscheidungsprozess

Entscheidung

Schülerumfrage

Schülerumfrage Schülerumfrage

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