HINTERGRUND/IDEE

Zwar werden täglich Infektionszahlen des Robert-Koch-Instituts veröffentlicht. Diese berücksichtigen jedoch nur gemeldete Fälle. Die Zahl der tatsächlichen Infektionen dürfte um ein Vielfaches höher liegen, da nur ein kleiner Teil der Bevölkerung getestet wird. Anders als bei der Grippe existieren auch keine belastbaren Modelle zur Hochrechnung der Infektionszahlen. Folglich ist vollkommen unklar, mit welcher Geschwindigkeit sich das Virus in welchen Regionen Deutschlands ausbreitet und wie erfolgreich bereits getroffene Maßnahmen in den Bundesländern sind. Dabei könnte mithilfe dieser Informationen beispielsweise abgeschätzt werden, wie hoch der Anteil der Personen ist, die in absehbarer Zeit stationär behandelt werden müssen und in welchen Regionen medizinisches Gerät besonders dringend benötigt wird.

Wir schlagen daher Folgendes vor: Es müssen deutschlandweit regional geschichtete randomisierte, kontrollierte Tests auf das Coronavirus durchgeführt werden. Das bedeutet, dass täglich mehrere tausend Menschen systematisch auf das Virus getestet werden: Tests erfolgen dabei unabhängig von Verdachtsfällen oder Symptomen und werden repräsentativ aus allen in Deutschland gemeldeten Personen gezogen. Die Testergebnisse können dann auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet werden und ermöglichen eine regional differenzierte Prognose der Infektionszahlen nach Bevölkerungsgruppen. Mithilfe der so erhobenen Datengrundlage können anschließend regionalspezifische Eindämmungsmaßnahmen durchgeführt und ihr Erfolg fortlaufend evaluiert werden.

[Dieser Text wurde aus einer Pressemitteilung meiner Firma herauskopiert, an dessen Erstellung ich selbst beteiligt war.]

WAS WIR BRAUCHEN

Eine Datenbank aus allen Bundesbürger*innen oder zumindest einen repräsentativen Teil derer. Diese Datenbank wird dann genutzt, um ca. 10 Tausend Bundesbürger*innen zufällig auzuwählen. Diese werden dann benachrichtigt und auf das Virus getestet.

Diese Datenbank könnte von Krankenkassendaten kommen. Ebenso könnten die Benachrichtigungen über Daten der Krankenkassen geschehen--> Durch Briefe (zu langsam?) oder Handynummern (überhaupt vorhanden?).

Wichtig ist, dass die ausgewählten Bürger*innen auch bereits getestete enthält. Nur so kann differenziert werden zwischen offiziellen Zahlen und der Dunkelziffer.

TESTKAPAZITÄTEN

Wir brauchen dann natürlich regionale Testzentren, die an diesen randomisierten Tests teilnehmen. D.h. alle randomisiert-ausgewählten Bürger*innen müssen dann auch wirklich getested werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Dunkelziffer richtig erfasst wird.

STATISTISCHE AUSWERTUNG

Zuletzt benötigen wir eine neue Datenbank mit allen am Test beteiligten Bürgern. In dieser Dataenbank müssen dann demographische Variablen (zumindest Alter, Geschlecht) und das Testergebnis (vorher und nachher) festgehalten werden. Dann muss die Dunkelziffer auf das gesamte Bundesgebiet hochgerechnet werden. Dies ist durch die Repräsentativität der ausgewählten Bundesbürger*innnen relativ einfach.

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