Inspiration
Einige von uns arbeiten selbst im Gesundheitswesen und haben sich auch zum Helfen in Krankenhäusern gemeldet. Dabei fiel uns auf, wie unterschiedlich die Krankenhäuser mit dem drohenden Personalmangel umgehen. Einige Krankenhäuser wie Unikliniken scheinen bereits viele neue Helfer anzulernen, während andere Krankenhäuser versuchen, mit dem Bedarf selbst fertig zu werden. Oft wissen die Krankenhäuser gar nicht, wie viele Helfer aus dem Gesundheitswesen bereit wären, jetzt bei der Versorgung in der Krise zu helfen. Whats-App-Gruppen mit mehreren hundert Medizin-Studenten und anderen Freiwilligen haben sich schon in vielen Städten versammelt, oft aufgerufen durch ihre Fachschaften und reagieren sofort, sobald man ein neues Angebot in diese Gruppen stellt. Wir haben auch die Seite https://www.medis-vs-covid19.de/ entdeckt, allerdings sind hier bisher nur Gruppen von Helfern aufgelistet und nicht die Kliniken. Melden sich die Studenten dann bei den Kliniken, bleibt ein hoher Aufwand bei den Kliniken... Diesen wollten wir weiter verringern, außerdem möchten wir auch sichern, dass alle Kliniken in das Netzwerk eingebunden werden und es nicht vom Zufall abhängt, ob Kliniken von diesen Möglichkeiten erfahren!
What it does
Unsere Webseite soll es den Krankenhäusern und Gesundheitsämtern so einfach wie möglich machen, ihren personellen Bedarf zu formulieren und einen passenden Helfer zu bekommen. Die Personalabteilungen haben sowieso schon sehr viel zu tun, sodass sie keine Zeit haben verschiedene Bewerbungen von Helfern durchzugehen, sondern sie brauchen möglichst vorsortierte Angebote, um schnell und übersichtlich Bescheid zu bekommen, wen sie jetzt noch einarbeiten können, solange die größte Flut an Erkrankten noch nicht eingetroffen ist.
How we built it
Wir haben Wordpress genutzt, um unsere Plattform zu erstellen. Im Prinzip läuft es so, dass Gesundheitseinrichtungen eine Anfrage stellen mit gewissen Matching-Kriterien. Dazu gehören Anforderungen an die Helfer und die Anzahl an benötigten Leuten. Als Helfer füllt man ein Formular aus, gibt seine Qualifikationen, räumliche Verfügbarkeit und Kontaktdaten an. Die eingebetteten Umfragen sind im Backend mit einer SQL-Datenbank verbunden. Je nach Kriterien-Angabe der Gesundheitseinrichtungen, werden Helfer den Krankenhäusern zugeteilt. Wenn ein Helfer ein Angebot annimmt wird im Backend der Pool der möglichen Helfer angepasst.
Krankenhaus stellt Anfrage mit Matching Kriterien Matching Kriterien: Skills: Mediziner/kein Mediziner [später auch differenzierter möglich] Anzahl benötigter Leute
Helfer gibt seine Matching Kriterien ein Matching Kriterien: Räumliche Verfügbarkeit und maximaler Radius Qaulifikationen
Programm sendet Anfrage an Helfer Anzahl Anfragen entspricht Anzahl benötigter Leute+Puffer der Auswahlalgorithmus berücksichtigt zunächst die formalen Kriterien [Skills, Radius], dann die Qualifikationen des Helfers
Annahme/Ablehnen des Angebots Helfer kann Angebot annehmen —> wenn Anfrage noch offen -> Match (Mail mit Krankenhaus-Kontaktdaten) Helfer kann Angebot ablehnen —> Helfer zurück in den Pool der möglichen Helfer, neue Anfrage wird an einen anderen Helfer geschickt (Anzahl Anfragen entspricht damit immer der benötigten Anzahl + Puffer)
What we learned
Anfänglich war die Idee eine Plattform zu entwickeln, die so simpel und einfach ist wie möglich. Eine zentrale Datenbank, wenige Fragen an Helfer und wenig Arbeit von Gesundheitseinrichtungen. Um unser Konzept zu validieren haben wir Experten aus Pflege- und Medizin befragt, insbesondere Chefärzte, Pflegeleiter, Ambulante Pflegedienste, leitende Krankenschwestern, Ärzte aus verschiedenen Abteilungen, sowohl an Unikliniken, als auch aus der ambulanten Pflege und der SAPV. Hierbei wurden alle Themenbereiche bzgl. Personalmangel, Qualifikation der Helfer, Bereitschaft der Ärzte und Funktionsfähigkeit des Konzepts abgefragt.
Die Key-Learnings waren: Qualitätssicherung: Klare Qualifikationsangabe wegen gesetzliche Bestimmungen. Jegliche Hilfe wird benötigt, allerdings können unqualifizierte Helfer nur auf niedrigstem Niveau helfen, z.B Bodengänge, Bespaßung, Essensausgabe etc. Medizinstudenten in höheren Semestern, Helfer mit abgeschlossener Pflegerausbildung sollten dies angeben um effektiv eingesetzt zu werden. Der Fragebogen für Helfer soll kurz sein, in erster Linie aber alle notwendigen Fragen über Qualifikationen abdecken. Nur so kommt die Hilfe an. Impfstatus der Helfer: Helfer müssen alle Pflichtimpfungen besitzen, sonst können sie nicht helfen Gesundheitseinrichtung im Allgemeinen, nicht nur Krankenhäuser: anfänglich war die Idee, nur Krankenhäuser mit Personal zu verknüpfen. Da auch Gesundheitsämter oder Arztpraxen Personalmangel haben, könnte man die Datenbank ausweiten.
Unsere Plattform soll unsere Gesundheitsämter in der Organisation freiwilliger Helfer entlasten. Momentan sind diese auf sich alleine gestellt. Mithilfe von Virushelden, soll die Verknüpfung von Helfern und Gesundheitseinrichtungen einfacher erfolgen, ohne Mittelmann.
What's next for "Virushelden"?
Wir möchten die Webseite mit möglichst vielen verschiedenen und diversen Vertretern der Stakeholder (Helfer & Gesundheitseinrichtungen) durchgehen und um Verbesserungsvorschläge bitten. Wir wollen deutschlandweit die Fachschaften kontaktieren, um diese aufzufordern, dass sich alle Helfer in unsere Datenbank eintragen. Abgesehen davon wäre ein Aufruf in großen Zeitungen hilfreich, damit auch Nicht-Studenten, die helfen können, informiert werden. Die Krankenhäuser wollen wir ebenfalls deutschlandweit erreichen, hierzu haben wir uns überlegt, dass das Robert-Koch-Institut und das Deutsche Ärzteblatt eine kurze Meldung an die Krankenhäuser und Gesundheitsämter herausgeben könnte. Wir möchten außerdem aber noch eine kurze telefonische Evaluation bei verschiedenen Kliniken deutschlandweit machen, auf welchem Kanal man sie in der Krise am ehesten erreicht. Die Gesundheitseinrichtungen sollen im System bleiben und auf einer Karte angezeigt werden können, wo der Bedarf bereits gedeckt wurde (grün), wo der Bedarf relativ gut gedeckt wurde (orange) und wo von einer Helfergruppe noch über 5 Leute fehlen (rot). Gesundheitseinrichtungen, die noch kein Angebot erstellt haben, werden blau markiert. So soll es möglich werden, Gesundheitseinrichtungen mit besonders großem Bedarf zu bevorzugen, und vielleicht sogar eine Möglichkeit zu schaffen, dass äußerst unterbesetzte Einrichtungen bei gut besetzten Einrichtungen um Hilfe bitten… Eine Erweiterung auf Psychosoziale Betreuung der Arbeiter und Angehörigen durch Sozialarbeiter könnte bald auch nötig werden und die Webseite könnte um diese Helfergruppe erweitert werden. Denkbar ist auch, dass Labore noch einbezogen werden, sofern die Problematik hier nicht im Material- sondern im Personalmangel liegt, um die Testzeiten wieder näher an 4 Stunden als an 4 Tage zu bringen. Hier stünde allerdings auch erst nochmal eine Need-Evaluation an.



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