Inspiration

Menschen ohne Obdach - Wie bleibt man bei Corona zuhause, wenn man kein Zuhause hat? Vielen Obdachlosen fehlt ein Rückzugsort mit Zugang zu sanitären Anlagen und Sicherheitsabstand zu anderen. Noch dazu fällt bei vielen das Einkommen weg durch den Verkauf von Straßenzeitungen oder Straßenmusik. Auch andere gesellschaftlich exponierte Gruppen (wie ältere und kranke Menschen und Opfer häuslicher Gewalt) und ihre Hilfsorganisationen sind durch die fehlende Öffentlichkeit und Sichtbarkeit in Zeiten von Ausgangssperren zusätzlich benachteiligt.

Das Corona-Virus erfordert Abstandshalter für “Social Distancing” an Orten des öffentlichen Aufeinandertreffens wie Supermärkten, Banken und Apotheken. Klebebänder mit Abstandsmarkierungen sind dabei zum Symbol der Corona-Krise geworden.

## What it does

Unser Produkt ermöglicht es die Isolationszeit in Warteschlangen in Supermärkten und Co. sinnvoll zu nutzen, um Spendenorganisationen mit wenigen Klicks zu unterstützen.

Robuste Klebebänder für den Boden mit starken Sprüchen und QR-Codes rufen zum Abstandhalten in Supermärkten auf und machen neugierig. Der QR-Code leitet die Wartenden auf eine einfache mobile Webseite weiter, über die besonders betroffene Gruppen in nur 3 Klicks per 2 € Spende ganz einfach unterstützt werden können. Im Anschluss hat der Spendende die Möglichkeit, das Erlebnis direkt als Story bei Instagram zu teilen. So ist die Sichtbarkeit gleich zweimal wieder hergestellt!

Als besonders betroffene Gruppen haben wir dabei Obdachlose, ältere und kranke Menschen, psychisch Erkrankte, Flüchtlinge, selbstständige Künstler/Musiker:innen und Opfer häuslicher Gewalt identifiziert.

Für weiter Informationen checkt doch unsere ausführliche Präsentation unter dem beigefügten Google Link aus.

How we built it

Für die Klebebänder haben wir uns intensiv Gedanken über die technischen Anforderungen gemacht und passende Angeboten und Preise verschiedener Druckereien verglichen. In Kreativ-Sessions haben wir Content kreiert, also Sprüche, die auf den Klebebändern zum Einsatz kommen und die Story vermitteln. Das visuelle Design haben wir nach praktischen und symbolischen Gesichtspunkten entwickelt. Sie leisten ihren Zweck als Abstandshalter und ziehen die Aufmerksamkeit an.

Zusätzlich haben wir digitale Wireframes für die Spendenwebsite - den zweiten Teil unseres Produktes - entworfen. Für die Umsetzung der Spendenabwicklung haben wir ein möglichst einfaches und mit wenigen Klicks zu bedienendes Spendenplugin gesucht und mit Donorbox gefunden.

Wir haben uns auch um die organisatorische Umsetzbarkeit gekümmert (Finanzierung, Ressourcenplanung etc.). Und wir haben ein Kommunikationskonzept entwickelt und mit einem eigenen Instagram-Channel an den Start gebracht.

Parallel dazu haben wir immer wieder das Feedback aus dem Markt gesucht. Wir haben bereits erste Gespräche mit Vertretern renommierter Werbeagenturen geführt mit großer Reichweite im Einzelhandel und sind auf große Begeisterung für unsere Idee gestoßen.

Davon beflügelt freuen wir uns mit #AbstandMitAnstand ein bisher einzigartiges Spendenkonzept in Corona-Zeiten vorzustellen.

Challenges we ran into

Der Kunde soll den Übergang vom Klebebänder zur digitalen Plattform möglichst nahtlos erleben. Die Spendenplattform soll möglichst leicht bedienbar sein, da in der Warteschlange nur wenig Zeit zur Verfügung steht. Auch die Spendensumme soll eher gering sein, um eine “alltägliche” Spende zu ermöglichen, die kein Einzelfall bleibt. Daher sollen Spendenzweck und genaue Spendenhöhe vorausgewählt sein, um eine Spende mit wenigen Klicks und mit geringer Überlegungszeit zu ermöglichen. Mit Donorbox sahen wir eine Vielzahl diese Anforderungen gegeben.

Zusätzlich wollen wir sichergehen, dass die Klebebänder nicht nur einmal, sondern auch wiederholt zu Aufmerksamkeit und Spendengenerierung führen. Durch die Anpassung der Contents auf den Klebebändern mit wechselnden Texten je nach Spendenzweck begegnen wir dieser Herausforderung. Wir haben die Texte bewusst so formuliert, dass sie vor allem neugierig machen zu erfahren, was oder wer sich dahinter befinden könnte. Den niedrigen Höhe der einzelnen Spende in Höhe von 2 Euro stehen die Kosten für die Klebebänder gegenüber. Wir mussten auf robustes Material setzen, da die Klebebänder im Kassenbereich eines Supermarkts hohen physikalischen Belastungen ausgesetzt sind. Durch die realisierbaren Größeneffekte und die lange mögliche Standdauer der Klebebänder von mind. 3 Monaten, sind die Kosten für eine Klebeband mit maximal einer Spende pro Band jedoch schon wieder drin.

Accomplishments that we're proud of

Als Team in der wenigen Zeit ein greifbares Konzept zu haben, welches umsetzbar, kundennah und nachhaltig ist. Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir die Sichtbarkeit der von uns geschätzten gesellschaftlichen Gruppen nicht nur punktuell, sondern dauerhaft in den Köpfen verankern können. Mit der Wahl der einzigen noch offenen Orte des öffentlichen Zusammentreffens (Supermärkte, Apotheken etc.) in Zeiten von Corona gelingt uns genau das. Wir sind stolz darauf!

What we learned

-Recherchen nach Druckmaterialien um Mitternacht gestalten sich durch eingeschränkte Öffnungszeiten nicht ganz einfach.

-Instagram ist und bleibt der Shit, um dafür zu sorgen, dass Dinge wirklich fliegen.

-Manchmal lohnt es sich erst kurz zu diskutieren, ob ein Design “desktop” oder “mobile first” sinnvoller ist.

-Bildschirmaufnahmen mit voice-over in der letzten halbe Stunde vor Hand-In sind aufregend, nervenraubend und mit vielen hysterischen Lachanfällen verbunden. Besonders, wenn man nicht weiß, wo die aufgenommene Datei eigentlich gespeichert wurde.

-Im Team schafft man fast alles. Selbst einen völlig verrückten und komplett digitalen 48-Sprint gegen das Corona-Virus.

What's next for

-Kontakt zum Einzelhandel herstellen. Klärung der Umsetzung und möglicher Beteiligung an der Finanzierung der Klebebänder. Wir haben bereits erste Kontakte in petto.

-Material- und Preisverhandlung, sowie finale Auswahl einer Druckerei für die Umsetzung der Hardware (Klebebänder)

-Falls erwünscht (nicht notwendig für die Umsetzbarkeit!): Öffentliche und private Finanzierungspartner für die Klebebänder rekrutieren

-Bau einer Webseite als Spendenportal (z.B. Wix etc) unter Einbindung des Spendenplugins Donorbox

-Identifizierung und Koordination mit geeigneten Hilfsorganisationen zur Unterstützung der exponierten gesellschaftlichen Gruppen (z.B. Verlage von Obdachlosenzeitungen, Frauenhäuser, Ärzte ohne Grenzen, Nachbarschaftshilfen etc.)

-Wiedergewonnene Visibilität für gesellschaftlich exponierte Gruppen in Zeiten von Corona abfeieren!

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