Zusammenfassung

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise möglichst gering zu halten, haben der Bund und die Länder zahlreiche Hilfsprogramme aufgesetzt, die finanzielle Härten abfedern und die Wirtschaft mit Liquidität versorgen sollen.

Angesichts der Vielzahl der Programme verliert man jedoch schnell an Orientierung. Dies gilt vor allem für Solo-Selbständige und Kleinunternehmer, die sich eine professionelle Beratung durch einen Rechtsanwalt oder Steuerberater nicht leisten können.

Um dieser Zielgruppe zu helfen, wollen wir eine Legaltech-Plattform entwickeln, die es Rechtsunkundigen ermöglicht, die richtige Corona-Hilfe-Maßnahme zu finden und behördliche Antragsformulare online auszufüllen.

Funktionsweise

Die User-Journey erfolgt in zwei Schritten.

Schritt 1: Finden der passenden Maßnahme

Hierfür füllt der Nutzer einen Fragebogen aus, in dem er Fragen zu seinem Unternehmen und zur Art der wirtschaftlichen Notlage beantwortet. Am Ende des Fragebogens wird als Ergebnis eine Übersichtsseite generiert, auf der passende Maßnahmen in übersichtlicher Form als Kachel-Ansichten dargestellt werden. Dies kann zum Beispiel ein zinsgünstiger KFW-Kredit, eine Stundung von Steuerschulden oder eine nichtrückzahlbare Corona-Soforthilfe auf Landesebene sein.

Schritt 2: Ausfüllen der Anträge

Braucht der Nutzer zum Ausfüllen der Anträge fremde Hilfe - wie es zum Beispiel bei einem KFW-Kredit über die Hausbank der Fall ist - enthält die Kachel die Aufforderung, sich an den entsprechenden Ansprechpartner zu wenden. Wenn der Nutzer dagegen den Antrag selbst stellen kann, dann steht ein weiterer Fragebogen zur Verfügung, der mit Hilfe von kontextuellen Zusatzinformationen und Plausibilitätsprüfungen durch das Antragsformular führt. Am Ende dieses Prozesses generiert unser System ein ausgefülltes PDF, das man direkt online unterschreiben und einreichen kann. Persönliche Daten werden lediglich clientseitig im lokalen Browser gespeichert.

Vorgehen

Um Erfahrungen zu sammeln und Komplexität zu reduzieren, verfolgen wir einen „bottom-to-top“ Ansatz: Als Prototypen wollen wir daher zunächst eine Formular-Ausfüllhilfe für das „Soforthilfe Corona“-Programm des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landentwicklung und Energie entwickeln; eine erste Version davon haben wir als Projekt eingereicht. Die gesamte Plattform mit den oben skizzierten Schritten 1 und 2 soll im Anschluss daran entwickelt werden.

Skalierbarkeit

Da unser Fragebogen modular aufgebaut, lässt er sich leicht auf andere Sachverhalte adaptieren. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein Backend zu bauen, das es der Verwaltung ermöglicht, Anträge zu organisieren, zu bearbeiten und zu bewilligen. Groß gedacht, hat das Projekt damit das Potential, sich zu einem universellen CRM für die öffentliche Leistungsverwaltung zu entwickeln.

Herausforderungen

Technisch, juristisch und gestalterisch interessiert uns vor allem die Frage: Wie sieht der moderne, papierlose Leistungsantrag der Zukunft aus? Dabei haben wir festgestellt, dass selbst bei einem kurzen Antrag - das Formular für das bayerische "Soforthilfe-Corona"-Programm ist nur zwei Seiten lang - eine große Zahl an Möglichkeit und Verzweigungen entsteht. Die Herausforderung wird es sein, diese Möglichkeiten abzubilden und mit leicht verständlichen Zusatzinformationen und zuverlässigen Plausibilitätsprüfungen zu kombinieren.

Nächste Schritte

Überarbeitung Webdesign, Vervollständigung des Prototypen

Built With

  • brain
  • gatsby
  • netlify
  • react
  • tailwind
Share this project:
×

Updates