Die Herausforderung

Das Virus wird uns noch einige Monate begleiten. Deshalb hat uns im Team diese Frage am meisten beschäftigt: Wie leben wir in dieser Zeit möglichst komfortabel und gleichzeitig sicher mit dem Corona Virus?

Warum ist es so wichtig, als Virusträger:in den Kontakt mit gesunden Mitmenschen zu vermeiden? Das COVID-19 Virus ist hoch ansteckend. Während ich mit einer Influenza-Infektion im Herbst ca. 1,4 weitere Personen anstecke, gebe ich das COVID-19 Virus an ca. 3 Personen weiter. Diese Zahlen wirken zunächst ähnlich gering. Jedoch gibt jede von mir infizierte Person das Virus mit derselben Wahrscheinlichkeit weiter. Nach nur 10 Übertragungen von Mensch-zu-Mensch habe ich als erster Influenza-Träger 29 weitere Mitmenschen angesteckt, mit COVID-19 jedoch bereits 59.049 Mitmenschen.

PANDOA im Alltag

Ich möchte mich so frei als möglich bewegen können und trotzdem rechtzeitig über Risikokontakte und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko informiert werden. PANDOA ist die Schnittstelle, um einerseits mein eigenes Risiko zu ermitteln, und andererseits das Gesundheitssystem schnellstmöglich über neue Infektionsherde zu informieren. Wir legen Wert auf ein einfach zu bedienendes Tool, bei dem ich gleichzeitig die Kontrolle über meine Daten behalte.

Wie erfahre ich mein eigenes Risiko? Ich werde von PANDOA informiert, sollte ich in den vergangenen Tagen Kontakt zu einer Risikoperson gehabt haben. Im Gegenzug stelle ich meine Aufenthaltsorte in anonymisierter Form zur Verfügung, sollte ich selbst erkranken.

Wie wird das Gesundheitssystem auf neue Infektionsherde vorbereitet? Indem PANDOA die Aufenthaltsorte von Risikopersonen in anonymisierter Form bereitstellt, werden Infektionsherde schnell erkannt und Ärzte sowie Krankenhäuser können regional spezifisch reagieren.

Das Team hinter PANDOA

Vor zwei Tagen hat sich ein buntes Team aus über 20 Entwickler:innen, Projektleiter:innen, Mediziner:innen und Grafiker:innen zum ersten Mal im virtuellen Raum getroffen und bereits 48 Stunden später können wir euch eine lauffähige App mit offenen Schnittstellen präsentieren.

Du möchtest die App testen? Schreibe eine kurze E-Mail mit deiner iCloud E-Mailadresse an robert@polyxo.de oder lade die apk für Android herunter.

Wie funktioniert PANDOA?

Die App ist unaufdringlich und intuitiv zu bedienen. PANDOA zeichnet fortlaufend meine Bewegungsdaten auf und speichert diese für 14 Tage* lokal auf dem Smartphone. Außerdem werden täglich die klinisch kritischsten Parameter meines Gesundheitsstatus abgefragt: Körpertemperatur, Quarantäne Status, Infektionsstatus. Zusammen werden diese Daten lokal auf meinem Smartphone gespeichert ohne geteilt zu werden. Entsprechend meiner freiwilligen Angaben zum Gesundheitsstatus gibt die App landesspezifische Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Sollte ich selbst erkranken, kann ich meine Aufenthaltsorte der letzten Tage mit allen anderen User:innen in anonymisierter Form teilen. Dies ist wichtig, da ich bereits vor dem Auftreten von Krankheitsanzeichen das Virus hätte verbreiten können. So kann ich meine Mitmenschen für das Auftreten von Krankheitssymptomen sensibilisieren.

Wichtig:

  • Die Aufzeichnung der Daten auf meinem Smartphone ist zeitlich begrenzt.
  • Ich entscheide selbst, wann ich welche Daten in anonymisierter Form teilen will.
  • Das tracking einzelner Personen ist nicht möglich (Im Video dient diese Darstellung zur Illustration der tatsächlichen Funktionalität des Algorithmus). Jedoch kann ich anhand einer Karte Regionen mit hoher Infektionsdichte erkennen. *Zeitraum der Speicherung entspricht gegenwärtigem Wissensstand zur maximalen Inkubationszeit von COVID-19.

Die open-source Schnittstelle PANDOA

Die App ist open-source und kann durch Informationen aus anderen Anwendungen ergänzt werden. Bereits entwickelt sind die Schnittstellen zur Präzision meines Risikos durch Anbindung von Selbstdiagnose-tools (z.B. CovApp der Charité), sowie die Unterstützung von Modellen zur zukünftigen Ausbreitungswahrscheinlichkeit des Virus (z.B. SIR-Modelle) und die Möglichkeit zur freiwilligen Bereitstellung meiner Daten für die epidemiologische Forschung (z.B. Machine Learning Analysen der gepoolten Datensätze). Hierfür stehen wir bereits mit den Entwicklern einiger tools, auch aus der #WirVsVirus challenge, in Kontakt (siehe unten).

Technische Details zu PANDOA

Multiplattformapp für iOS und Android

  • GPS basiertes Tracking und mit lokaler Speicherung
  • (tägliche) Abfrage des Gesundheitsstatus mit Körpertemperatur, Quarantäne- und Teststatus (positiv/negativ)
  • Rückfrage an die User:in zum Teilen der Daten, sollte sich der eigene Gesundheitsstatus verschlechtern
  • Download von Bewegungsdaten von Infizierten und Abgleich der Bewegungen
  • Warnung wenn sich die eigenen Bewegungsdaten mit denen von Infizierten überschneiden

Wir haben uns gegenwärtig für das geotagging Verfahren zur Erkennung von überschneidenden Kontakten entschieden. Nur so lassen sich Daten zur regionalen Ausbreitung und für epidemiologischen Fragestellungen generieren. Außerdem sehen wir bei alternativen Verfahren (z.B. Bluetooth) den fortlaufenden Kontaktabgleich über Betriebssysteme hinweg nicht gewährleistet, vor allem wenn User:in Bluetooth nicht explizit einschalten.

Backendserver

  • MongoDB zur Speicherung und Ausgabe der Bewegungsdaten und Gesundheitsstatus

Skalierbarkeit

  • CloudArchitektur AWS mit S3 Speicher
  • MongoDB Skalierbarkeit bereits implementiert

Fortschritt und Weiterentwicklung von PANDOA

Die weitere Arbeit am Projekt ist bereits geplant und soll betrieben werden

  • vom jetzigen Team
  • in Kollaboration mit rooom AG und e-Networkers GmbH
  • in Kooperation mit der wirewire GmbH
  • in Kooperation mit der SCO-CON:SULT GmbH

Anbindungen und Kooperationen

Wir sind bereits in Gesprächen mit der WHO zur Unterstützung eines offiziellen Release der App.

Kontakt

www.pandoa.de

Ansprechpartner (Projektmanagement): Hans Elstner (rooom AG) info@pandoa.de

AKTUELLER STAND

Der Fokus während des Hackathons lag auf der Feinkonzeption des Gesamtkonstruktes (v.a. Privatsphäre). Im Rahmen des Hackathons wurde die TELEKOM als Unterstützungpartner gewonnen. Außerdem wurden zahlreiche Gespräche mit dem EU-Parlament, dem Deutschen Bundestag und dem Thüringer Wirtschaftsministeriums geführt, um Unterstützerschreiben zu erhalten. Darüber hinaus haben wir Unterstützungsangebote von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Hackathons erhalten.

Das Gesamtprojekt ist Open Source.

NÄCHSTE SCHRITTE

Die App und Plattform wird weiterentwickelt und mit dem Eingehen der Unterstützungsschreiben direkt im Google-Playstore und App Store veröffentlicht.

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