TrackYourBed

TrackYourBed bietet eine Anwendung zur manuellen oder QR-Code basierten standardisierten Datenerfassung und bundesweit einheitlichen Darstellung der Bettenverfügbarkeit in Krankenhäusern, welche im Rahmen des WirVsVirus-Hackathon erarbeitet wird.

Problemstellung

Derzeit gibt es kein einheitliches System zur Erfassung und Darstellung der bundesweiten Bettenkapazität in Krankenhäusern. Es kommt dadurch zu ungenauen sowie zeitlich verzögerten Meldungen über verfügbare Betten, was insbesondere in einer Ausnahmesituation kritisch ist.

Lösungsansatz

Mit unser responsiven Webanwendung TrackYourBed soll sowohl die Datenübermittlung der Bettenkapazität als auch die Darstellung in einer bundesweiten Übersicht deutlich vereinfacht werden. Für eine Station im Krankenhaus bedeutet das: QR-Code scannen, zwischen "Verfügbar" und "Belegt" wählen, fertig. Eine Erfassung ist aber auch am Desktop-PC manuell möglich, sollte kein mobiles Endgerät zur Verfügung stehen. Für Leitstellen, Krankenhäuser und das RKI bedeutet das: Weg von unterschiedlichen Erfassungssystemen und unzähligen Telefonaten, hin zu einer einheitlichen Echtzeit-Darstellung der bundesweiten Bettenkapazität. Durch unsere offene API für Drittanbieter und die geschaffene Kooperation mit der Software AG, rescuetrack und dem Robert-Koch-Institut, lassen sich viele gemeinsame Synergien schaffen.

Funktionen der Anwendung

  • Eine schnelle und im Stationsalltag praktikable Erfassung der Bettenkapazität (verfügbar/belegt)
  • Die Ansicht aller Krankenhäuser mit Darstellung der Bettenkapazität in absoluten Zahlen.
    • Diese ist an die Bedürfnisse der einzelnen Institutionen individuell anpassbar (zB Umkreissuche).
  • Suchfunktion freier Betten nach Bettentyp, Fachabteilung und Möglichkeit der Behandlung von Covid-19 Patienten
    • Dadurch soll in Zukunft eine schnelle Zuweisung eines Patienten an ein freies Bett ermöglicht werden.
  • Offenhalten für Drittanbieter API, um Daten zu bündeln und ein einheitliches System zu schaffen.

Was ist neu im Vergleich zu bisherigen Lösungen:

  • kein Ampelsystem, sondern die Erfassung der absoluten Bettenzahl
  • Unterteilung in Fachabteilung, Bettentyp und Möglichkeit zur Aufnahme von Covid-19 Patienten
  • QR-Code basierte Belegung und Freigabe der Betten für einfache innerklinische Anwendung und automatisierte Datenübermittlung
  • einheitliche Übersicht auf Landes- und Bundeslandebene sowie gestaffelt nach individuell gewähltem Umkreis

Drittanbieter API & Institutionen

Um gemeinsame Kräfte zu bündeln, haben wir im Rahmen des WirVsVirus-Hackathons bereits folgende Kooperationen aufgebaut:

Rescuetrack: Aus Eigeninitiative nahmen wir Kontakt mit der Firma Resucetrack auf. Diese startete am 18. März 2020 hausintern einen Hackathon, aus welchem ein auf Dauer kostenfreies Tool zur Anzeige der Bettenkapazität entstanden ist (Webseite mit Details). Stand 20. März 2020 sind bereits über 600 Krankenhäuser hinterlegt. Resucetrack stellt uns ihre API zur Verfügung, um die Daten in Echtzeit zu pflegen.

Software AG: Die Software AG nahm am 21. März 2020 zu uns Kontakt auf, da sie ein Dashboard entwickeln, um nicht nur Bettenkapazität anzeigen zu können, sondern auch weitere relevante Informationen über Verfügbarkeiten anderer medizinischer Austattung. Das Dashboard würde mit unseren Echtzeitdaten angereicht werden und so über die API eine umgehende Auswertung durch die Behörden / Institute ermöglichen.

Robert-Koch-Institut (RKI): Das RKI hat im Telefonat am 21. März 2020 Interesse an der Zusammenarbeit bekundet und die Anforderungen an unsere Anwendung umschrieben. Es wurde deutlich, dass derzeit eine Anzeige in einem bundesweiten Dashboard Priorität ist. Im Verlauf wünschen sie sich ebenfalls ein Tool zur bundesweit einheitlichen Darstellung und Vermittlung der freien Betten. Dadurch konnten wir unseren Lösungsansatz weiter anpassen.

SAP SE: Die SAP hat am Abend des 22. März 2020 ihren Support zugesichert.

Herausforderungen

Wie kann die Erfassung von Betten im Stationsalltag erfolgen? Es muss schnell und unkompliziert erfolgen, gleichzeitig müssen Hygiene- und Datenschutzvorschriften beachtet werden. Insofern kann die Erfassung sowohl per Smartphone, Tablet als auch am Desktop-PC erfolgen.

Welche Daten können wir speichern? Da wir keine personenbezogenen Daten erfassen, sondern lediglich die Anzahl der Betten ist eine Rückverfolgung zu den einzelnen Patienten nicht möglich.

Wie soll der Zugang erfolgen? Es gibt einen Zugang nur nach persönlicher Registrierung und Validierung. Eine eigenständige Registrierung ist nicht möglich.

48h Hackathon - Unser Weg

In den letzten 48 Stunden konnten wir für oben beschriebene Herausforderung aus einer rudimentären Idee ohne Anwendung und ohne Struktur ein tragfähiges Konzept zur umfangreichen Datenerfassung und zur übersichtlichen Darstellung der landesweiten Bettenkapazität entwickeln. Wir diskutierten die Ideen zunächst im kompletten Team sowie mit medizinischem Fachpersonal und glichen diese mit den Bedürfnissen der Institutionen ab, bevor wir uns in ein Entwickler- sowie ein Konzept-Team aufteilten. Für das Projekt bauten wir Kooperationen zu rescuetrack, Software AG sowie dem Robert-Koch-Institut auf, um einen effektiven Datenaustausch zu ermöglichen. Am späten Samstagabend kam zusätzlich ein 3-köpfiges Team dazu, welches sich dem gleichen Problem annahm und den QR-Code-Scan-Teil bereits implementiert hatte. Außerdem stellten wir unseren Fortschritt in regelmäßigen Full-Team-Calls vor und integrierten fortlaufend neue Informationen und Ideen. So konnte aus dem Konzept ein erster Prototyp von "TrackYourBed" entwickelt werden. #JoinForces

Worauf wir stolz sind

  • unsere Anwendung
  • spontan geschaffene Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut, der Software AG sowie Rescuetrack
  • unseren Teamzusammenhalt

Was wir gelernt haben Deutschland hält zusammen. Bis tief in die Nacht saß das etwa 30-köpfige Team bereits am ersten Abend zusammen und hat konstruktiv gearbeitet. Es kamen Experten aus allen Fachbereichen (Ärzte, Gesundheitswesen, Katastrophenschutz) zusammen mit den technischen Experten (Datenmodellierung, Backend, Frontend). Eine Gruppe die sich zufällig gefunden hat, kann etwas bewirken. Wir machen weiter!

Nächste Schritte (nach dem Hackathon)

  • Produktisierung/Finalisierung der Anwendung. Im Anschluss Implementierung in allen deutschen Krankenhäusern mit Hilfe von Bundesregierung und RKI. Dadurch soll zur Kalenderwoche 13/2020 eine erste bundesweite Erfassung und Ansicht ermöglicht werden. Ein möglicher Ansatzpunkt könnten ebenso ad-hoc Krankenhäuser bilden.
  • Integration in die Krankenhaus-Informations-Systeme (KIS), um vorhandene Schnittstellen zu nutzen. Diskussion einer einheitlichen Schnittstelle mit dem Robert-Koch-Institut.
  • Nach Einführung der bundesweit einheitlichen Darstellung der Bettenkapazität Implentierung einer Suchfunktion freier Betten nach Bettentyp und Fachabteilung zur einheitlichen Vermittlung freier Betten über TrackYourBed
  • Kombination von TrackYourBed mit Anwendungen aus der Challenge für Personalverfügbarkeit, da die Bettenverfügbarkeit auch davon abhängig ist.
  • DIVI kontaktieren, um hier auch nach einer API zu schauen und diese ebenfalls anzubinden, ggf. über das RKI
  • Integration in die API der Software AG, um weitere Reportings abzubilden
  • Projekt bleibt Open-Source und unser Team arbeitet weiter

Technische Details unserer Anwendung

Die erste Version wird in Kürze unter https://track-your-bed.org verfügbar sein. Es gibt ein Git für den Code der App & eines für das Datenmodell sowie ein GitLab für das Messaging System.

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