Die Herausforderung

Lokale Händler und Gastronomen in Deutschland sind fast ausnahmslos durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Die Bedrohung hat ein solches Ausmaß, dass wir nicht daran glauben, dass wir durch ein Projekt ernsthafte Liquiditätsengpässe HEUTE lösen können. Die betroffenen Betriebe werden dazu auf die Kredit-, Kurzarbeits- und Steuerstundungsangebote zurückgreifen müssen. Aber was ist danach? Diejenigen, die die Krise überstehen, werden sich gerade dann noch extremeren Herausforderungen gegenüber sehen. Handelsexperten wie z.B. Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein prognostizieren, dass sich aus der aktuellen Zwangsverschiebung in Richtung Online-Handel eine in Teilen dauerhafte Verschiebung ergeben wird. Es steht zu befürchten, dass wir nach Corona in einem anderen Handels- und Gastronomiestandort Deutschland aufwachen. Dagegen möchten wir etwas tun.

Die Lösung

Unsere Lösung ist eine lokale Guthabenkarte für den steuerfreien Sachbezug, die ausschließlich bei lokalen Händlern und Gastronomen eingelöst werden kann. Dabei setzen wir auf die Besonderheit des sogenannten "steuerfreien Sachbezugs" aus dem deutschen Einkommenssteuerrecht (§8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Demnach kann jeder Arbeitgeber jedem seiner Mitarbeiter:innen jeden Monat bis zu 44 EUR komplett steuerfrei auszahlen, solange es sich um eine Sachleistung handelt. Die aktuell verfügbaren Angebote für diese Auszahlung sind oft Tankkarten oder Gutscheine, die wiederum nur bei den großen Filialisten und Online-Händlern ausgegeben werden können. Die Marktführer sind in dem Bereich edenred (mit der "Ticket Plus-Karte") und sodexo (mit dem "Benefits Pass"), deren Guthabenkarten dann bei rossmann, zalando, OTTO, Tchibo, Media Markt etc. eingelöst werden können. Dieses Modell übertragen wir auf das lokale Gewerbe. Dazu haben wir

1) ein Arbeitgeberportal entwickelt, in dem Arbeitgeber ihre Mitarbeiter einpflegen und die Guthabenkarten zuweisen. Dann geben Sie die Guthabenkarten (die Sie vorher von uns erhalten haben) an ihre Mitarbeiter aus und wir laden die Karten jeden Monat automatisch mit bis zu 44€ auf, ziehen das Geld beim Arbeitgeber ein und senden ihm eine Rechnung. Die Mitarbeiter können dieses Guthaben ansparen und sobald die Geschäfte und Restaurants wieder öffnen, das Geld dort (und nur dort) ausgeben.

2) eine Akzeptanzstelleninfrastruktur entwickelt. Die teilnehmenden ortsansässigen Händler, Gastronomen und Dienstleister können mit der "Kassen-App" (iOS & Android) oder über die Kassen-Webseite Guthaben von den Guthabenkarten abbuchen. Sie buchen in der Kasse ganz normal die Produkte und behandeln die Stadtguthabenkarte als Zahlart (z.B. "Gutschein fremd"). Am Monatsende bekommen sie dann die Summe angenommenen Beträge überwiesen und eine detaillierte Abrechnung zugesendet.

3) eine Abrechnungs-Engine entwickelt, die SEPA-Überweisungs- (für die Akzeptanzstellen) und Lastschriftdateien (für die Arbeitgeber) erzeugt.

Das theoretisch Potenzial ist enorm. Bei knapp 43 Mio. Erwerbstätigen in Deutschland und 44 € mal 12 Monaten ergibt sich ein jährliches Umsatzpotenzial von 22,5 Mrd. Euro. Ziel ist es, einen Teil davon schon jetzt auf lokal gebundenen Guthabenkarten zu binden, so dass "nach der Krise" ein lokaler Kaufkraft-Tsunami losbrechen kann!

Stolpersteine

Eine der größten Challenges war das Orga-Setup. Unglaublich, wie die Organisatoren das hinbekommen haben und dennoch war es zwischenzeitlich so chaotisch, dass wir teilweise nicht mehr wussten, wer und wo unsere Teammitglieder waren und/oder sind und wir zu irgendeinem Zeitpunkt mehr ein virtuelles Team hatten, bei dem wir uns punktuell die erforderlichen Infos und Skills zusammengesucht haben und auch auf existierenden Tech-Bausteinen aufgesetzt haben. Eine der ersten Aufgaben wird es sein, den Status Quo mal ernsthaft zu sortieren. Crazy shit, but huge fun!

Darauf sind wir stolz

Das System ist einsatzfähig und wir haben eine Pilot-Landingpage für Mönchengladbach abgeschlossen. Das soll die Vorlage für weitere Städte werden.

Nächste Schritte

Wir suchen nun dringend Städte-Paten! Die Software ist sehr weit fortgeschritten und in wenigen Tagen für diese Hackathon-Challenge voll einsatzfähig. Wir benötigen als eher Entwickler-lastiges Team dringend Marketer, zudem mit einem jeweils lokalen Bezug. Unser Modell funktioniert immer nur jeweils bezogen auf eine Stadt. Das liegt erstens daran, dass sich lokale Arbeitgeber und auch die Mitarbeiter eher mit ihrer eigenen Stadt identifizieren und zweitens ist das Modell dann von der Regulierung der BaFin befreit (ein sehr gewichtiges Argument, zumindest für den Anfang).

Also...

...liebe "lokale Unternehmen"-Retter. Meldet euch bei uns und macht bei uns mit. Echten "impact" kann man immer erst nach dem Hackathon erzeugen!

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