Corina Chatbot

Chatbot zur Entlastung der Anlaufstellen und Informationsversorgung der Bevölkerung

Einleitung

Die Coronakrise hat die Welt und auch Deutschland gepackt. Damit gibt es massive Veränderungen im öffentlichen und privaten Leben. Täglich gibt es neue Informationen zur sich ständig verändernden Situation. Die Bevölkerung möchte und muss mit aktuellen Informationen versorgt werden. Aufgrund der Dynamik und der Schwere der Situation stehen Anlaufstellen wie das RKI oder die amtlichen Hotlines deshalb unter großer Last ([1] [2] [3]).

Je mehr Anlaufstellen dieser Last ausgesetzt sind, desto mehr können nur noch Anfragen mit hoher Priorität beantwortet werden. Der Informationsbedarf der Bevölkerung betrifft jedoch die gesamte Bandbreite vom Notfall bis hin zum alltäglichen Leben. Was ist zu tun, wenn man einen Infektion vermutet? Wann darf man noch das Haus verlassen? Was sind aktuelle Maßnahmen, an die man sich halten soll? Ist Corona auch das Haustier gefährlich? Diese Fragen schaffen Unsicherheit [4], besonders wenn nicht einfache Wege zur Antworten gefunden werden. So verbreiten sich auch schnell Falschinformationen [5] und sog. Fake News [6].

Deshalb entwickeln wir Corina, den freundlichen Chatbot für die Coronakrise und eine zentrale Anlaufstelle. Corina hilft den Bürgern durch quasi-natürliche Dialoge und hilfreiche Antworten auf ihre Fragen durch Nutzung verlässlicher Daten- und Informationsquellen.

Durch Corina werden die Anlaufstellen entlastet, die sich wieder auf ihre Prioritäten konzentrieren können. Und die Bevölkerung erhält die Infos, die sie benötigt und die sie in dieser außergewöhnlichen Lage unterstützt und beruhigt.

Reifegrad der Lösung

Inhaltlicher Reifegrad

Corina ist bereits digital über eine Website, über Telegram und Slack einsatzfähig. Da Corina auch auf mobilen Browser bedienbar ist, können insgesamt mindestens 86% der deutschen Bevölkerung Corina digital nutzen [7]. Nicht internetaffine Teile der Bevölkerung und solche, die nicht angeschlossen sind, können Corina telefonisch kontaktieren (Hinweis: Die Telefonummer ist derzeit nicht öffentlich). Corina ist somit breit verfügbar und einsatzfähig.

Auch inhaltlich ist Corina weit vorangeschritten. Auf über 500 Anfragen hat Corina bereits Antworten - und durch die Chatbot AI lernt Corina ständig neue dazu. Diese wurden nicht nur manuell durch die Redaktion eingepflegt, sondern beziehen sich dynamisch auf aktuelle Datenbestände, um beispielsweise Fallzahlen (bestätigte Fälle, Tote, Genesene) von Deutschland oder einem Bundesland an Nutzer übermitteln zu können.

Erste Tests mit echten Nutzern und deren Auswertungen, haben bereits die Nutzerbarkeit von Corina von bestätigt.

Technischer Reifegrad

Auch technisch ist Corina von hohem Reifegrad. Der Chatbot wurde mit IBM Watson entwickelt. Ebenfalls entwickelt wurde ein Crawler, um externe Informationen bspw. des Robert-Koch-Instituts für Corina nutzbar zu machen.

Corina ist einfach und schnell auf weiteren Plattformen und Websites integrierbar (bspw. per JavaScript-Snippet). Auch technisch steht damit der Verbreitung des Chatbots über verschiedenste Kanäle nichts im Weg.

Die Skalierbarkeit von Corina stellt keine Problem dar, da der Chatbot über Cloudlösungen zur Verfügung steht.

Auch die Open Source Community wurde vom Team berücksichtigt. Obwohl es sich bei IBM Watson um eine proprietäre Technologie handelt, können viele der Ergebnisse für die Open Source Community zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören u.a. Daten zum Trainieren des Chatbots, Intents, Configs, API-Bestandteile und Integrationsmöglichkeiten. Die zur Verfügungstellung geschieht über Corinas Github.

Marketingmaßnahmen

Um Corina nicht nur existent sondern auch bekannt zu machen, hat das Team rund um den Chatbot bereits Kanäle aufgetan. So hat der Chatbot eine Präsenz nicht nur in Form einer Website, sondern auch auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube. Ein freundliches Gesicht hat Corina auch schon.

Ausblick und Weiterentwicklung

Um Corina für die Coronakrise zu noch größeren Erfolgen zu führen und als Modell für zukünftige Informationsmaßnahmen in solchen Situation zu etablieren, sind weitere Arbeiten angedacht, z.B.:

  • Sicherstellung der redaktionellen Betreuung derjenigen Bestandteile von Corina, die manuell gepflegt werden. Diese Inhalte sollten ggfs. auch von Fachpersonal (bspw. des RKI) geprüft oder für die Redaktion bereitgestellt werden. Denkbar ist hier bspw. eine Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeitsabteilung des RKI oder weiterer Anlaufstellen.
  • Analyse der durch Nutzer eingegebenen Fragen und Dialoge, um nutzerzentriert neue oder angepasste Inhalte (bspw. für jüngere Zielgruppen) bereitzustellen.
  • Anlaufen der online Kampagnen. Zusätzlich offline Kampagnen (Print, Fernsehen o.ä.), um auch nicht internetaffine oder gar internetlose Teile der Bevölkerung auf Corina aufmerksam zu machen.
  • Integration weitere Kanäle, über die Corina digital oder per Voice verfügbar ist. Denkbar sind bspw. Anbindungen an Twitter, SMS-Dienste usw.
  • Erweiterung der Anbindungen zu weiteren Datenquellen. Denkbar ist hier bspw. die Anbindung an Schnittstellen der Anlaufstellen und Datendienste (bspw. RKI, ArcGIS).
  • Automatisierte, halb-automatisierte oder manuelle Übersetzung der Inhalte, um auch nicht deutschsprachige Teile der Bevölkerung erreichen.
  • Entwicklung komplexer Dialogstrecken, um noch natürlichere Interaktion (Frage-Antwort) mit Corina zu erlauben.
  • Sicherstellung von finanziellen Ressourcen zur skalierbaren Betreibung (bspw. techn. der Infrastruktur) der Lösung.
  • Zusammenarbeit mit weiteren Gruppen des Hackathons, bspw. mit Schnittstellengruppen zur Anbindung weiterer Datenströme (z.B. LEIMdenCAPI) oder Homeschoolprojekten, um auch jüngere Zielgruppen mit Corina in Verbindung zu bringen.

Das Team rund um Corina hat bereits ein Backlog an Verbesserungen, neuen Features und Ideen erstellt, das als Grundlage für die Weiterentwicklung über alle Bereiche dienen kann.

Quellen

[1] https://www.morgenpost.de/berlin/article228657263/Coronavirus-Nur-fuenf-Mitarbeiter-fuer-Senats-Hotline.html

[2] https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.behoerden-ueberfordert-coronavirus-test-muenchner-muss-tagelang-warten.7dc142ec-5e97-4387-a811-2601306d20be.html

[3] https://www.mdr.de/thueringen/arbeitsagenturen-ueberlastung-corona-100.html

[4] https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus-was-man-gegen-die-angst-tun-kann-16683295.html

[5] https://www.tagesschau.de/faktenfinder/panikmache-coronavirus-101.html

[6] https://www.tagesschau.de/faktenfinder/coronavirus-fakes-101.html

[7] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/13070/umfrage/entwicklung-der-internetnutzung-in-deutschland-seit-2001/

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