Problembeschreibung:

Ich habe mich für diese Herausforderung entschieden, weil mir eine bestmögliche Lösung für das System Schule während der „Coronazeit“ und darüber hinaus für alle Beteiligten, insbesondere für alle Schüler, Lehrer und Familien, als Mutter und Lehrerin sehr am Herzen liegt.

Das größte Problem ist die Herausforderung „Schulen in die Lage zu versetzen, nahtlos zwischen Präsenz- und Fernunterricht zu wechseln“ (Susanne Lin-Klitzing) und gleichzeitig die Bedürfnisse aller Beteiligten möglichst gut zu erfüllen.

Betroffen von diesem Problem ist die gesamte Gesellschaft. Zwar betrifft eine gute Schule in erster Linie Schüler und ihre Familien, sowie die Lehrkräfte und dabei schließe ich alle ein – egal ob Risikogruppe oder nicht. Für alle Beteiligten am Bildungswesen muss eine gute Lösung gefunden werden. Da eine Lösung erst dann gut ist, wenn sie zum Infektionsschutz mit dem Coronavirus mithelfen kann, betrifft das Problem gleichzeitig jede einzelne Person unserer Gesellschaft.

Lösungsbeschreibung:

Unser Lösungsansatz ist „Zusammen Online“. Dieser besteht in einer Möglichkeit der durchgängigen, digitalen Beschulung einer Klasse mit ca. 30 Schülern durch eine Lehrkraft pro Fach. Auch im „Alleingang“ als Homeschooling ist diese Beschulung bereits für einen Teil der Familien optimal hinsichtlich der Vereinbarung und Abdeckung ihrer individuellen Bedürfnisse. Diese wären im Hinblick auf die Kinder deren Bildung, Betreuung, Sozialkontakte, sinnvolle Tagesstruktur und gute Lernbedingungen bei gleichzeitigem Infektionsschutz. Solange es die Situation unter COVID-19 zulässt bzw. erfordert, muss das Homeschooling durch einen angemessenes Angebot an Präsenzunterricht in der Schule ergänzt werden. Nur so können individuelle Bedürfnisse weiterer Familien oder einzelner Schüler befriedigend abgedeckt werden. Dabei stellt "Zusammen Online" sowohl ein Gesamtkonzept zur Verzahnung von Homeschooling und Präsenzunterricht, als auch ein Konzept für die Gestaltung der beiden darin enthaltenen Elemente Homeschooling und Präsenzunterricht dar. Die Unterscheidung zwischen beiden Beschulungsformen weicht dabei auf, da Grundlage für beide Formen ein und derselbe digitale Präsenzunterricht bildet.

Unser Lösungsansatz geht von der Annahme aus, dass die Gefahren durch COVID-19 immens und noch auf längere Sicht vorhanden und nicht kontrollierbar sind. Darauf baut unsere zweite Annahme auf, dass alle Beteiligten (Lehrer, Schüler, Eltern, Schulleiter, Sachaufwandsträger, etc.) deshalb bereit wären, neue Wege zu gehen und Anstrengungen dabei für sich in Kauf zu nehmen.

Von dieser Lösung profitieren Schüler und ihre Familien, die Schulleitung mit ihrem Kollegium, die Kultusminister, diverse Bereiche der Wirtschaft die zum Ausbau der Digitalisierung benötigt werden und jeder einzelne Bürger. Genutzt wird diese Lösung von den Kultusministerien, Schulen, Familien und Schülern.

Unsere Lösung beeinflusst die aktuelle Situation, weil sie einen Ausweg aus dem beschriebenen Dilemma der Schule angesichts COVID-19 darstellt. Man fokussiert nicht länger hauptsächlich auf die Missstände und die Einbußen, welche mit COVID-19 einhergehen. Stattdessen beschäftigt man sich aktiv mit deren Behebung und rückt den „Lohn dieser Anstrengungen“ - die Erfüllung der Bedürfnisse aller, die geringere Gefahr einer „zweiten Welle“ und der Digitalisierung in den Mittelpunkt. So ändert sich die Sichtweise vom „Problem“ zur „Chance“.

Als langfristigen Wert unserer Lösung betrachte ich immense Fortschritte im Bereich der Digitalisierung der Schule. Ein Ziel welches bereits lange vor Corona vorhanden war. Welche Lehren und Elemente von einem so weit digitalisierten Unterricht für die Zeit nach Corona beibehalten werden sollten, kann und sollte im Nachhinein auf Basis konkreter Erfahrungen analysiert werden. Weiterhin hoffe ich auf einen positiven Rückblick im Nachhinein auf die Bewältigung der Corona-Krise.

Die Umsetzbarkeit von „Zusammen Online“ dürfte für konkrete Schulen aufgrund individueller Voraussetzungen sehr unterschiedlich ausfallen. Es gibt bereits jetzt Schulen, die schon fast an meinem angedeuteten Ziel angekommen sind (→ Prototyp). Die Mehrzahl der Schulen würde aber ein sehr langer und anstrengender Weg erwarten, welchen sie ohne Hilfe der Kultusministerien in Form von Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und Mitteln zur Unterstützung aktuell nicht in der Lage sind, zu gehen. Ich glaube aber, dass es mit geeigneter Unterstützung für den Großteil der Schulen machbar wäre. Für den Übergang wären individuell anpassbare Mindeststandarts denkbar. Genauso individuell muss die Unterstützung der einzelnen Schulen mit ihren Lehrkräften sein. Sie müssen auf ihrem Weg dort abgeholt werden, wo sie sich aktuell befinden und unterstützt werden, damit keine Überforderung eintritt (mehr zu diesem Aspekt im Gesamtdokument). Für manche Schulen müssen andere Lösungen gefunden werden. Die Skalierung unseres Lösungsansatzes sollte dadurch möglich werden..

Vorgehen und Fortschritt:

Entstanden ist der Lösungsansatz wie folgt. Ich, Tina Bendel, habe mich als aktive Lehrerin um den bestmöglichen digitalen Unterricht für meine Schüler während der Schulschließungen bemüht. Deshalb habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie dieser aussehen sollte (→ Zusammen Online als Konzept für den digitalen Fernunterricht). Die frustrierende Erfahrung und Erkenntnis, dass ich als Einzelperson es nicht schaffe, einen solchen Unterricht zu gestalten, hat mich dazu bewogen ein Konzept und insbesondere einen digitalen Stundenplan für meine Schule zu entwickeln. Davon kam leider nichts zum Einsatz, da die Hürden zu groß gewesen wären ( -> Prototyp) Im weiteren Verlauf stand ich im konstruktiven Austausch mit einigen Bildungsexperten und Elternvertretern.

Die wichtigsten Meilensteine im Rahmen des Hackathons waren zu Beginn der konstruktive Austausch mit den Experten „Toni“, „Sarah Lumpp“ und „Tobias Schreiner“. Weiterhin war die Herausforderung, den Inhalt für das Video und diesen Text zu strukturieren und aufs Wesentliche zu beschränken, hilfreich, um die Kernaussagen von Zusammen Online herauszuarbeiten. Die ausführliche Beschäftigung mit Prototypen, welche ich ohne den Hackathon vermutlich gar nicht erst begonnen oder weiter analysiert hätte, brachte mir die Erkenntnis, dass es sich bei Zusammen Online wirklich um ein in sich schlüssiges und realisierbares Gesamtkonzept handeln könnte. Bleibt zu hoffen, dass es bis zu den Experten vordringt, die meine Behauptung aufgrund ihres umfassenden Wissens prüfen können.

Zusammen Online war zu Beginn des Hackathons ein Konzept für den digitalen Fernunterricht. Im Rahmen des gewählten Themengebiets wuchs es heran zum Konzept zur Verzahnung von Homeschooling und Präsenzunterricht in der Schule, unter Berücksichtigung von Herausforderung a) Wie kann sich nun Schule strukturieren, dass a) alle Schüler lernen können und b) Lehrkräfte nicht überfordert werden. Es wurden mögliche Kritikpunkte evaluiert und nach Möglichkeit „entschärft“. Die Vernetzung wurde insbesondere im Hinblick auf bereits bestehende Prototypen/Vorzeigeschulen und technische Umsetzbarkeit vorangetrieben.

Prototypen

Zusammen Online ist ein Konzept auf mehreren Ebenen, deshalb können Prototypen auf mehreren Ebenen vorgestellt werden.

Schule

Existieren reale Schulen, die unserer Vision von Schule nahe kommen oder Schulen die bereits zum jetzigen Zeitpunkt die notwendigen Voraussetzungen für den Unterricht mit Zusammen Online mitbringen? Wie zufrieden ist man dort und welche Probleme gilt es noch zu lösen? Die Vernetzung mit verschiedenen Experten unterschiedlicher Schularten liefert folgendes Bild: Es gibt diese Schulen bereits. Es handelt sich um Schulen in denen die Digitalisierung bereits sehr weit voran geschritten ist und deshalb die Abbildung eines virtuellen interaktiven Klassenzimmers möglich ist. Es existieren hierzu verschiedene technische Möglichkeiten der Umsetzung, was einen Pluspunkt für Zusammen Online darstellt. Der Vergleich dieser Lösungen ist meines Wissens nach ebenfalls Thema des Hackathons. Die Grundstimmung an diesen Schulen ist sehr positiv, was auch für Rückmeldungen von Eltern und Schülern gilt. Allerdings gibt es auch dort Punkte, welche nur bedingt von den Schulen selbst gelöst werden können. Hilfe der Kultusministerien bei der Ausformulierung von Dokumenten zur Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten und Lehrkräfte zur Teilnahme am Unterricht im virtuellen Klassenzimmer (insbesondere im Hinblick auf notwendiges Streamen des Unterrichts und Datenschutz) wären erwünscht. Selbes gilt für die Erweiterung der Einverständniserklärung durch Nutzungsbedingungen für alle Beteiligten am virtuell abgebildeten, interaktiven Klassenzimmer. Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen weiterhin, wenn sich Eltern oder Lehrer weigern teilzunehmen oder die Nutzungsbedingungen nichteinhalten? Weiterhin gilt es auch an diesen Schulen noch technische Probleme zu lösen. Insbesondere bei der guten digitalen Infrastruktur besteht weiter Verbesserungsbedarf. Eine ausreichende Vernetzung durch WLAN innerhalb der Schulen bereitet ebenfalls Schwierigkeiten. Weiterhin gibt es Probleme, die gleichzeitige Teilnahme aller Schüler am virtuellen interaktiven Klassenzimmer technisch zu ermöglichen. Bei der Einschätzung der Lösbarkeit scheint unter den Experten die Ansicht "Wo ein Wille, da ein Weg" vorzuherrschen.

Unterricht

Wie könnte ein Prototyp im Sinne einer Beispielstunde zum digitalen Präsenzunterricht, insbesondere unter aktuellen Rahmenbedingungen, aussehen? Kann der digitale Präsenzunterricht überzeugen?

Ich möchte Ihnen hierzu, als Lehrerin und gleichzeitig Kennerin von Zusammen Online, meine konkreten Überlegungen zur Gestaltung der bald anstehenden erste Mathestunde nach den Pfingstferien für eine 8. Klasse zum Thema Bruchterme vorstellen.

Starten wir klassisch mit der Analyse der Lerngruppe: Bisher befand sich die komplette Klasse ausschließlich im digitalen Homeschooling. Bruchterme wurden dort von mir neu eingeführt und geübt. Rückmeldungen über den Erfolg dieses Unterfangens habe ich je nach Beteiligung der Schüler in sehr unterschiedlichem Umfang. Das Niveau im Bereich der Fähigkeiten zum Umgang mit Bruchterme ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Für die geplante Stunde befindet sich eine Klasenhälfte weiter im Homeschooling, die andere gemeinsam mit mir im Klassenzimmer. Hygieneauflagen müssen eingehalten werden. Den emotionalen Stand der Klasse kann ich nach der langen Phase des Homeschoolings nur bedingt erahnen. Ihnen wurde allerdings bereits in Form einer ausführlichen Klassenleiterstunde die Möglichkeit gewährt, sich darüber auszutauschen und an der Schule anzukommen. Technische Ausstattung: Ich verwende meinen privaten Laptop in Kombination mit meinem privaten Visualizer. Beides gehörte schon vor Corona zu meinem Equipment. Was man mit dieser Kombination erzielen kann, ist Ihnen durch mein Video, welches genau so entstanden ist, bekannt (im Unterricht verzichte ich natürlich auf die Verfremdung meiner Stimme). Ich wähle meine (optimierbare) private Ausstattung, weil ich im Umgang damit (ebenfalls optimierbar) vertraut bin. Alle Schüler verfügen über private (optimierbare) digitale Endgeräte. Um all diesen Optimierungsmöglichkeiten in Zukunft Raum zu geben, wünsche ich mir Unterstützung von meinen Vorgesetzten in Form von finanziellen Mitteln, aber auch in Form von Fortbildungsmöglichkeiten und genügend Zeit zur Einarbeitung. Schulisches Equipment verwende ich in Form eines Beamers, der W-LAN Verbindung und generellen Internetanbindung der Schule. Ob diese Verknüpfung den Praxistest besteht und ich alle Schüler erreiche und ihnen eine aktive Teilnahme am Unterricht möglich ist, oder ob auch hier Optimierungsbedarf besteht, kann ich erst im Verlauf der Unterrichtsstunde sagen. Mir ist bewusst, dass aufgrund dieser Unbekannten im technischen Bereich, der gesamte Verlauf von meiner Stunde unkalkulierbar wird. Ich nehme das in Kauf, indem ich im Vorfeld, z.B. per Email darüber informiere, dass es sich bei meiner Stunde um ein Experiment handelt, anhand dessen Verlauf, ich über mein weiteres Vorgehen für meinen zukünftigen bestmöglichen Unterricht entscheiden werde. Als Stundenziele wähle ich deshalb geordnet nach Priorität 1) die persönliche Kontaktaufnahme zu meinen Schülern 2) den gemeinsamen Ausbau unserer digitalen Kompetenzen und 3) mathematische Fortschritte im Bereich Bruchterme Geplanter Ablauf der Unterrichtsstunde: Zuerst begrüße ich kurz die Präsenzschüler persönlich und hole dann die Schüler aus dem Homeschooling in Form einer Audiokonferenz mit mir hinzu. Da ich weiß, dass ich ohne klare Regelungen im Sinne von Nutzungsbedingungen und Einverständniserklärungen meinen Unterricht nicht vollständig streamen sollte, beschränke ich mich hierbei auf ein absolutes Minimum. Dies ermöglicht weiterhin ein ressourcenschonendes Arbeiten für alle Beteiligten, solange nicht gewiss ist, ob die vorhandene Infrastrukturen an der Schule und bei den Schülern zuhause ausreichen. Die Kinder des Homeschooling werden nun also verbal von mir willkommen geheißen. Ihre verbalen Rückmeldungen wiederum sind für die ganze Präsenzklasse hörbar über meinen Lautsprecheranschluss. Ich kläre nochmals alle hierüber auf. Die Möglichkeit auch von zuhause aus gehört zu werden, stärkt das Gemeinschaftsgefühl trotz räumlicher Barrieren. Nach der Begrüßung bitte ich die Schüler der Präsenzgruppe, Ihre digitalen Endgeräte mit dem Schul-WLAN zu verbinden und erkläre die Vorgehensweise. Die Schülergruppe im Homeschooling wird quasi Zeuge dieses Vorgangs und etwaiger Probleme und kann von diesem Wissen für ihre kommende Präsenzstunde profitieren. Ob wir die Anbindung heute tatsächlich schon für den Unterricht benötigen, lasse ich bewusst offen. Aber ein Test ist für die Zukunft notwendig! Falls nötig, leisten ich oder Schüler Hilfestellung. Dies geschieht selbstverständlich unter Einhaltung der Hygieneauflagen. Ich befinde mich dazu an einer beliebigen Stelle in meinem exklusiven Lehrerbereich des Klassenzimmers. Nach erfolgreichem Test, können die Kinder vorübergehend in den Flugmodus schalten. So werden einerseits Ressourcen der digitalen Infrastruktur geschont, die Ablenkbarkeit der Schüler durch die eigenen Medien und die potenziellen negativen Auswirkung der W-LAN-Verbindungen minimiert. Um auch die Kinder aus dem Homeschooling zu erreichen, teile ich jetzt meinen Bildschirm mit Ihnen. Sie können nun ebenfalls die entstehenden Aufschriebe, sowie meine verbalen Anmerkungen dazu verfolgen. Bei Fragen können Sie sich ebenfalls wie ihre Mitschüler aus dem Präsenzunterricht beteiligen. (Die verbalen Beiträge dieser Schülergruppe sind wahrscheinlich für die Schüler des Homeschooling nicht hörbar. So benötige ich einerseits kein Einverständnis der Erziehungsberichtigten zum Streaming. Ich halte mir aber gleichzeitig die Option offen, die Frage an alle meine Schüler ohne Namensnennung weiterzugeben, indem ich sie selbst in geeigneter Form laut wiederhole.) Diese Art des Unterrichtens (Aufschrieb + Stimme) und die Möglichkeit Fragen zu stellen ist meinen Schülern und mir bereits vom vorangegangenen Homeschooling der letzten Wochen vertraut. Durch die Lenkung der Kamera auf meinen Aufschrieb verhindere ich zusätzlich, dass die Kinder (und potenziell beteiligte Eltern) im Homeschooling ungewollte Einblicke in den geschützten Raum des Klassenzimmers haben. Auch ich als Lehrerin kann mich mit der reinen Übertragung meiner Aufschriebe + Stimme (im Bedarfsfall werden so auch Experimente möglich), wesentlich leichter anfreunden, als mit einer Videoaufzeichnung meiner Person. Möglicherweise erreichen wir im Stundenverlauf relativ zügig die von mir dargestellte technische Situation (sicherlich gibt es elegantere Lösungen!). Falls nicht, möchte ich mir ganz bewusst Zeit für auftretende technische Probleme nehmen. Wenn ich diese für alle meine Schüler entsprechend kommentiere und begleite, so können alle Beteiligten davon profitieren. Wir können auf Augenhöhe gemeinsam an Lösungen arbeiten. Eine sicherlich neuartige, aber gewinnbringende und motivierende Erfahrung für mich und meine Schüler. Der Gedanke daran, dass sie mir mal wieder die Technik erklären, bringt mich bereits jetzt zum schmunzeln. Genauso wie die sich spontan ergebenden Lernsituationen hinsichtlich dem gemeinschaftlichen Umgang mit Problemen. Wir können diese gezielt und mit einer Portion Humor nutzen, um trotz der räumlichen Trennung ein Wir-Gefühl entstehen zu lassen. Nebenbei gewinnen wir alle an Medienkompetenz. So klappt es beim nächsten Versuch schon besser und schneller, dass eigentliche Setup für den digitalen Präsenzunterricht bereit zu stellen. Mit jedem Mal, werden wir wieder mehr Raum für den eigentlichen Unterricht, in meinem Beispiel die Bruchterme erlangen. Es wäre dazu allerdings hilfreich bzw. notwendig, wenn durch die Kultusministerien der benötigte Freiraum in Bezug auf die Lehrplanauslegung geschaffen würde. Hierzu schlage ich vor, die Fachlehrpläne etwas einzuschränken und dafür den fächerübergreifenden Zielen der Medienkompetenz und allgemeinen Problemlösestrategien mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Eine zunehmende Bedeutung der Selbstorganisation und -motivation der Schüler ist in diesem Rahmen ebenfalls überlegenswert. Falls eine striktere Unterrichtsplanung ohne auftretende Eventualitäten bevorzugt wird, rate ich es an die technische Umsetzung vorab mit einer Probeklasse aus Kollegen testen. So kann benötigt einerseits das Setup weniger Zeit und die Lehrkräfte bringen für den Unterricht bereits die digital nötige Kompetenz und damit auch das nötige Selbstvertrauen mit. Allerdings erhöhen wir damit die Belastung der Lehrkräfte, da eine solche Trockenübung außerhalb der regulären Unterrichtszeiten stattfinden muss. Ich persönlich bevorzuge auch deshalb die Variante, des Eingeständnisses, dass auch für mich alles neu ist und wir uns eben ganz bewusst hierfür Zeit nehmen. Die potenziellen Lernmöglichkeiten für die Schüler nannte ich bereits. Nun folgt die Darstellung des weiteren angestrebten Stundenverlaufs, für den Fall, dass das notwendige technische Setup zügig zu bewältigen war. Sollte die Zeit knapp werden, kann hier bewusst ein guter Abschluss gemacht werden. Das technische Setup steht. beim nächsten virtuellen Zusammentreffen kann zügig mit dem tatsächlichen Fachunterricht begonnen werden. Ich erhalte dank digitaler Wege die Möglichkeit, eine Beispielaufgabe ganz ähnlich wie im Frontalunterricht vorzurechnen. Hierbei gelten die bekannten Prinzipien zur Unterrichtsplanung, wie angemessener Schwierigkeitsgrad, Arbeitstempo, etc. Durch aktiven Einbezug der Schulklasse durch klassische Frage-Antwort-Situationen, wird es mir möglich, den Kenntnisstand einzelner Schüler und als Gesamtbild auch dem der Klasse zu meinem bereits bekannten Thema Bruchterme zu gewinnen. Darauf aufbauend kann ich, ebenfalls unter Beachtung der bekannten Prinzipien (Individalisierung, Feedback, etc) den folgenden Unterricht gestalten. Ist beispielsweise der Wissensstand meiner gesamten Klasse defizitär, so würde ich weitere Aufgaben unter meiner Anleitung nach bereits vorgestelltem Schema bearbeiten, um Wissenslücken bei möglichst vielen Schülern rasch zu schließen. Daran sollte sich eine Übungsphase in Eigen-/Gruppenarbeit mit individualisierter Rückmeldung anschließen. Beides ist unter Zusammenarbeit mit Teams, welches meine Klasse und ich bereits im Homeschooling verwendet haben, möglich. Ich stelle die Aufgaben dazu allen Schülern digital im Aufgabenbereich von Teams zur Verfügung. Dies ermöglicht mir bei Bedarf zum gewünschten Zeitpunkt, eventuell auch erst nach der Unterrichtsstunde, eine übersichtliche Möglichkeit zur individuellen Rückmeldung bei gleichzeitiger Kontrolle, ob die Aufgaben fristgerecht erledigt wurden. Meine Schüler kennen diese Vorgehensweise bereits aus dem vorangegangenen Homeschooling. Über die notwendige Medienkompetenz hierfür, sollten sie deshalb verfügen. Die Aufgaben, die aufgrund von Zeitmangel von Schülern nicht während der Schulstunde bearbeitet werden konnten, lassen sich (theoretisch sogar unter Beibehaltung der Gruppenarbeit) im Rahmen einer Hausaufgabe auf den Nachmittag verlagern, sofern ich das für sinnvoll erachte. Dies ist möglich, da die Arbeit mit Teams ortsunabhängig ist. So ist auch ein nahtloser Übergang zur nächsten Stunde, trotz etwaigem Gruppenwechsel von Heimgruppe und Präsenzgruppe möglich. Es kann mit allen Schülern dort angeknüpft werden, wo die Arbeit zuletzt beendet wurde. Dies gilt auch für Schüler, die sich permanent im Homeschooling befnden. So bleibt kein Schüler zurück. Was in Hinblick auf die gewählte Herausforderung a sehr wichtig wird. Zu beachten bleibt jedoch, dass aufgrund der Aufteilung der Klasse in Präsenz- und Heimgruppe nicht alle Möglichkeiten der Gruppenbildung im Rahmen einer Gruppenarbeit sinnvoll sind. Welche Aspekte hier zu beachten sind, gilt es noch auszuarbeiten und in der Praxis zu testen. Dieser relativ klassische Unterrichtsentwurf in Form von Aufgabenbeispielen, gefolgt von einer Übungsphase, ist nur ein Ausschnitt aller möglichen kreativen Unterrichtsentwürfe im Bereich des digitalen Präsenzunterrichts, die sich im Rahmen einer Kooperation von motivierten und kreativen Lehrern ergeben würde. Diese Vorschläge auszuarbeiten, zu prüfen, und in geeigneterweise im Sinne von Schwarmwissen allen Lehrer zur Verfügung zu stellen, ist meines Wissens nach Thema einer anderen Arbeitsgruppe des Hackathons.

Stundenplan

Bereits vor dem Hackathon testete ich die Übertragung des Konzepts Zusammen Online auf meine reale Schule. Hierzu erstellte ich einen Onlinestundenplan, welcher mit dem Präsenzunterricht der 10. Klässler vereinbar war. Zur Umsetzung kam es nicht. Zu groß wären die hieraus entstandene Arbeitsbelastung für die Beteiligten Lehrkräfte gewesen. Von ihnen wäre keine Bereitschaft zur Umsetzung zu erwarten gewesen. Im Rahmen des Hackathons folgte die Analyse dieses Prototypen. Sie ergab folgendes:

1) Ohne die Bereitschaft aller Beteiligten neue Wege zu gehen, geht gar nichts. Wie man diese gewinnen könnte, ist auch im Gesamtdokument ausführlich zu finden.

2) Soll eine Überlastung der Lehrkräfte vermieden werden, so ist es unvermeidbar, dass ein steigender Anteil an Präsenzunterricht an der Schule zu Einbußen im Homeschooling führt. Ein Dilemma für die Schüler, die auf das Homeschooling angewiesen sind. (Wir befinden uns nun im Übrigen genau bei den gewählten Fragen von Herausforderung a) Dieser Umstand lässt sich allerdings mit folgender Einschränkung beheben: Der Präsenzunterricht an der Schule muss gleichgesetzt werden mit einem digitalen Präsenzunterricht an der Schule und das Homeschooling muss ebenfalls aus digitalem Präsenzunterricht bestehen. Über genau diesen hatte ich mir im Rahmen meines ursprünglichen Konzepts zum digitalen Fernunterricht ausführlich Gedanken gemacht, zu finden unter Online Präsenzunterricht (OPRÄ) im Anhang des Gesamtdokuments oder in Kürze in der Mindmap. Unter dieser Einschränkung wird die bisherige Doppelbelastung hinfällig. Homeschooling und Präsenzunterricht an der Schule können so als ein vorzubereitender und umzusetzender Unterricht in Form von digitalem Präsenzunterricht angesehen werden. Dies ist ebenfalls von besonderer Bedeutung im Hinblick auf meine gewählte Herausforderung a). Weiterhin ist es eine gute alternative Formulierung unseres eingereichten Lösungsansatzes von Zusammen Online. Wie dieser der digitale Präsenzunterricht aussehen kann, damit er die Bedürfnisse aller Beteiligten erfüllt, ist Herzstück von Zusammen Online. Ebenfalls haben wir uns ausführlich mit der technischen Umsetzung befasst. Nebenbei ermöglicht uns digitaler Präsenzunterricht einen maximal sicheren Präsenzunterricht an der Schule angesichts COVID-19, da dieser mit der Einhaltung der Abstandsregeln gut vereinbar ist. Das eingangs von mir formulierte größte Problem (Verweis auf Susanne Lin-Klitzing) wird ebenfalls gelöst, da zur Änderung zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht an der Schule beim digitalen Präsenzunterricht lediglich ein Ortswechsel der Beteiligten notwendig wird. Der Kreis hat sich geschlossen. Das Konzept Zusammen Online erscheint mir deshalb schlüssig.

3) Letzte Haupterkenntnis aus der Erstellung des Online - Stundenplans ist es, dass ein solcher wesentlich einfacher zu bilden ist, wenn die Verknüpfung zu bestehenden Plänen aus dem letzten Jahr nicht mehr gegeben ist. Dies wäre mit dem Beginn des nächsten Schuljahres problemlos möglich.

Gemeinsames Fazit zu den Prototypen

Mit entsprechender Bereitschaft aller Beteiligten, wären bereits zum jetzigen Zeitpunkt viele Elemente von Zusammen Online realisierbar. Teilweise müssen noch entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Wenn wir Zusammen Online als schlüssiges Gesamtkonzept ab dem nächsten Schuljahr umsetzen, könnten wir bei maximaler Sicherheit durch die Coronazeit hinweg unterrichten. Die verbleibende Zeit bis Schuljahresbeginn könnte genutzt werden, um einerseits die notwendige Bereitschaft aller Beteiligten hierfür zu gewinnen und parallel dazu die Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Zusammen Online zu schaffen. Damit das nächste Schuljahr zu einem guten Schuljahr wird!

Nächste Schritte:

Um unsere Annahmen weiter zu testen, verfolgen wir den weiteren Austausch mit Schulleitern und Experten. Um der Verwirklichung von „Zusammen Online“ einen Schritt näher zu kommen, benötigen wir dringend Ihre Unterstützung als Jury, an entsprechender Stelle auf Zusammen Online und unsere Idee aufmerksam zu machen. Diese können aufgrund ihrer Expertise sicherlich schnell beurteilen, ob die Idee überhaupt neu ist. Bestenfalls wird sie dort längst diskutiert. Ansonsten liegt es uns am Herzen, „Zusammen Online“ im Sinne eines Denkanstoßes an entsprechende Gremien weiterzugeben. Was dann daraus gemacht wird, liegt dort sicherlich in guten Händen.

Für mich, Tina Bendel, kann ich das Interesse an einer Umsetzung im Sinne von einer möglichen weiteren Ausarbeitung oder Konzeptarbeit vorerst ausschließen. Ich freue mich viel zu sehr darauf, mich wieder auf meine Aufgaben als Lehrerin vor Ort und Mutter zu konzentrieren. Für mögliche Fragen zu meinen Dokumenten, Erläuterungen, Bildmaterial stehe ich selbstverständlich zur Verfügung. Ob „Toni“ Interesse hat in Zukunft als Experte oder gar Dienstleiter für konkrete digitale Lösungen aufzutreten, bitte ich mit ihm selbst abzuklären. Er ergänzte meine Arbeitsleistung im Sinne eines äußerst kooperativen Expertens im Bereich der virtuellen Abbildung eines Klassenzimmers und als Unterstützer. Für meine anderen Teammitglieder kann ich jegliches weitere Interesse ausschließen. Sie sind meine persönlichen Motivatoren aus meinem privaten Umfeld! Vielen Dank an dieser Stelle!

Geschrieben von Tina Bendel - Teamcaptain

Das öfters erwähnte Gesamtdokument habe ich als pdf angehängt. Sollte das wieder Erwarten nicht geklappt haben, teile ich es gerne über slack oder per Email

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Updates

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Es gibt noch viel zu tun... Ein paar aktuelle Einblicke, woran ich gerade arbeite: 1) Ausbau der Praxiserfahrung zum digitalen Präsenzunterricht vs tatsächlicher Trennung zwischen Homeschooling und Präsenzunterricht: Hautnah lerne ich gerade beide Herangehensweisen im Unterricht mit meinen Schülern kennen. Ich unterrichte meine beiden Klassen unterschiedlich. Die eine wie unter Zusammen Online beschrieben, die andere eher"klassisch". Ich stelle fest: Digitaler Präsenzunterricht ist zwar (noch) sehr aufwendig, aber macht auch unglaublich viel Spaß, weil die Schüler genauso begeistert und motiviert sind wie ich! Sie finden es schlichtwegs cool, dass ihre Mitschüler von zuhause aus dabei sind! Die wiederum freuen sich auf ihr "Mathekino" (ich habe ihnen vorerst die Rolle als Zuschauer erteilt, um genug Fokus auf die Präsenzschüler legen zu können, klappt das gut, dürfen sie sich mehr einbringen). Die Technik spielt weitestgehend mit! Warum unterrichte ich nicht alle Klassen im digitalen Präsenzunterricht, wenn ich offenbar so überzeugt davon bin? Auch das Gegenmodell hat seinen Reiz! Ich möchte hier auf den Beitrag "bestofboth" aufmerksam machen. Das finde ich auch klasse! Außerdem muss auch ich ressourcenschonend arbeiten, und ich glaube die andere Klasse kann es (aufgrund des Faches und der Bedeutung für ihre weitere Schulkarriere) gut verkraften, wenn nicht mehr so viel Stoff bis Ende des Schuljahres vermittelt wird. Dort möchte ich eher den Funke zur Begeisterung am Fach über springen lassen! Was mich zum nächsten Punkt bringt. 2) Nicht alle Fächer und auch nicht alle Jahrgangsstufen brauchen gleich viel digitalen Präsenzunterricht wie von mir beschrieben. Ich habe inzwischen tolle Konzepte von anderen Schulen gelesen, welche dort bereits praktiziert werden und strebe einen Austausch an. Man muss die Altersstufe der Kinder berücksichtigen! In der Oberstufe kann man das asynchrone Lernen und alle damit verbundenen Chancen stärker in den Mittelpunkt stellen. Jüngere Schüler brauchen dafür mehr Tagesstruktur und Betreuung, was ich bislang in den Vordergrund gerückt habe. Außerdem sollte man für alle Schülergruppen dem Aspekt der neuen Unterrichtsmöglichkeiten im Sinne von Projekten, Freiday, ... mehr Raum widmen, als ich es bisher tue. Allerdings bin ich selbst ein großer Fan von diesen Ideen, ihr könnt euch sicher sein, dass ich sie ebenfalls mit meinem "Gesamtkonzept" Zusammen Online in Einklang bringen möchte! Im Unterricht mit meinen Schülern tue ich das teilweise auch schon, nur hatte ich bislang nie die Zeit darüber zu berichten ;-)

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Zusammen Online in Kürze: Alle Kinder einer Klasse werden nach einem festen Onlinestundenplan zeitgleich also "zusammen online" von ihren Fachlehrkräften im Rahmen des digitalen Präsenzunterrichts unterrichtet. So haben alle Kinder durchwegs eine feste Tagesstruktur und Zugang zur Bildung. Ob sie von zuhause aus oder in der Schule daran teilnehmen, richtet sich in erster Linie nach dem Infektionsgeschehen. Sofern es die Rahmenbedingungen der Schule und das Infektionsgeschehen zulässt, können Schüler von der Schule aus teilnehmen. Gründe hierfür sind Betreuung, Sozialkontakte oder bessere Lernvoraussetzungen.

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Elternfeedback zum Prototyp der geplanten Unterrichtsstunde : Ich habe soeben mit einer Mutter gesprochen, deren Kind Teil der geplanten Unterrichtsstunde sein wird. Es freut mich, dass ich sie einerseits über Risiken wie Einblicke in den geschützten Klassenraum informieren konnte und sie mein geplantes Vorgehen diesbezüglich sehr sinnvoll findet. Sie wiederum freut sich, dass ihr Kind Teil dieses ohnehin lehrreichen Experiments wird, welches uns im besten Fall dann ein sinnvolles Vorgehen im Unterricht für die kommenden Wochen bis zu den Ferien bietet. Ich bin gespannt darauf, wie es weitergeht!

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Ich bin gestern Abend über einen Zeitungsartikel auf eine Lehrerin gestoßen, die nach meiner ersten Einschätzung genau den Unterricht bereits umsetzt, der mir vorschwebt. Idealerweise stellt sie ihre tollen Ideen und ihr Wissen zur Umsetzung bereits frei zugänglich online zur Verfügung. Noch dazu hat sie einen interessanten Vorschlag bzw. ein bereits bestehendes Angebot, wie man möglichst schnell und "bequem" als Schule dort hin kommen kann, dass solch ein Unterricht möglich wird. On top ist sie selbst auch im Hackathon involviert. Ich habe Kontakt zu ihr aufgenommen und warte gespannt auf eine Antwort...

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8.06.2020 "Toni" ist als Experte in unserem Team mit an Bord 9.06.2020 Ein Seminarlehrer und eine Schulleiterin kennen nun das Konzept von "Zusammen Online" - vielleicht sind sie auch bald Teil unseres Teams!

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