Mental Mentor

Wie gehe ich mit dieser Zeit voller Unsicherheit um? Wohin kann ich mich wenden, wenn Sorgen, Stress und Ängste überhandnehmen?

Wir sind MentalMentor und möchten diese Fragen in Zeiten von Corona und darüber hinaus beantworten. Wir ermöglichen es Menschen fundierte Informationen über mentale Gesundheit und auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Hilfsangebote zu finden. Wir haben uns größtenteils Freitagnacht kennengelernt und arbeiten seitdem mit über 30 engagierten Menschen unter Hochdruck an der Umsetzung von MentalMentor.

Laut Robert Koch-Institut erfüllt pro Jahr jede_r vierte Erwachsene die Kriterien einer psychischen Erkrankung. Bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus war die Versorgung der Bevölkerung mit Angeboten zur mentalen Gesundheit nicht ausreichend: Menschen, die akut therapeutische Hilfe suchen, warten monatelang auf einen Psychotherapieplatz und Menschen, die vor sub-klinischen psychischen Herausforderungen stehen oder präventiv ihre mentale Gesundheit stärken möchten, sind von der Vielfalt an Informationen und Angeboten im Internet überfordert. Die stetige Unsicherheit und die starken Einschränkungen des sozialen Lebens durch das Coronavirus erhöhen die psychische Belastung weiter und insbesondere der Bedarf an telefonischen und digitalen Angeboten steigt. Doch wie finden hilfesuchende Menschen die für sie passenden Angebote und Informationen? Es existieren zwar viele hilfreiche analoge und digitale Angebote, aber häufig fehlt ihnen die Sichtbarkeit, und Hilfesuchende wissen nicht, welches Angebot zu ihnen passt.

Inspiriert vom Bedarf, den zahlreichen bereits existierenden Projekten und den vielen weiteren Ideen im Bereich mentaler Gesundheit im Rahmen des Hackathons, entstand ein gemeinsames Ziel: Wir möchten Hilfesuchenden auf einer zentralen Plattform gebündelt wichtige Informationen zu mentaler Gesundheit zur Verfügung stellen und sie auf eigene und existierende Hilfsangebote aufmerksam machen. MentalMentor bietet dabei Informationen über mentale Gesundheit im Allgemeinen und in Zeiten von Corona und bezieht sich dabei auf die Seiten der Bundesregierung, der WHO, von Institutionen im Gesundheitsbereich und vielen engagierten Bürger_innen. All diese Informationen werden gebündelt, strukturiert und in verständlicher Sprache dargestellt, sodass sich Menschen einfach, schnell und fachlich fundiert informieren können. Darüber hinaus bietet MentalMentor Menschen, die ein konkretes Anliegen haben und/oder praktische Unterstützung suchen, einen kurzen Selbsttest zum aktuellen psychischen Befinden mit klinisch bewährten Screening-Instrumenten an, um individualisiert auf vorhandene Hilfsangebote hinweisen zu können. Als digitales Angebot ist MentalMentor besonders niedrigschwellig und verringert auch die Scham, die häufig mit der Suche nach psychischer Unterstützung verbunden ist. Dabei wird Wert auf wissenschaftlich-fundierte Angebote gelegt, um eine hohe Qualität gewährleisten zu können.

Über 30 engagierte Menschen haben sich in diesem Prozess in den Slackchannels der Herausforderung “Mental Health: Wie decken wir psychologische Betreuung auf digitalem Wege ab?” angenommen. Zunächst haben sich drei separate Gruppen auf die Suche nach möglichen Lösungen begeben. Nachdem wir voneinander hörten, entschieden wir an einem Strang zu ziehen. Wir diskutierten unsere Ideen, unsere Bedenken und mögliche Lösungen, die wir gemeinsam innerhalb von 48 Stunden auf die Beine stellen könnten. Samstagmittag war die konkrete Idee zu MentalMentor geboren. Wir teilten uns in Kleingruppen auf, in denen wir die verschiedene Aufgaben wie das Projektmanagement, die Diagnostik zur Individualisierung der Angebote, die Entwicklung von inhaltlichen Angeboten und die technische Entwicklung unserer Website nach und nach abgearbeitet haben. Trotz der zahlreichen Kleingruppen und Mitstreiter_innen konnte durch zahlreiche Slack-Nachrichten und Videochats auch die Kommunikation zwischen den Teams sichergestellt werden.

Eine Herausforderung war die Koordination von so vielen engagierten und kompetenten Menschen. Trotz kleinerer Probleme mit der Verbindung über Videotelefonie hat die spontan aufgestellte Organisationsstruktur außergewöhnlich gut funktioniert. Es hat sich schnell Begeisterung und spürbarer Teamgeist entwickelt, obwohl wir uns selbstverständlich ausschließlich auf digitale Kommunikation verlassen haben (#WirBleibenZuhause). Ein schöner Beleg dafür, dass bedeutsames Miteinander trotz Corona-Krise möglich ist.

Es war toll zu sehen, wie innerhalb von so kurzer Zeit viele unterschiedliche Menschen, die sich größtenteils noch nie vorher gesehen hatten, zu einem Team wurden und gemeinsam konstruktiv an einem Ziel gearbeitet haben. Wir haben gelernt, dass auch – oder gerade – in Zeiten von Corona Teamgeist und Solidarität generationsübergreifend, interdisziplinär und digital gelebt werden können.

Und nach dem WirVsVirus-Hackathon?

Um MentalMentor umzusetzen, stehen nach dem Hackathon drei zentrale Herausforderungen an: Erstens gilt es sicherzustellen, dass die bestehenden und hinzugefügten Angebote auf der Website wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen und stetig aktualisiert werden. Zweitens müssen wir MentalMentor als zentrale Plattform etablieren, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Daher streben wir an, Kooperationen mit unterschiedlichen Partner_innen (u.a. Bundesbehörden wie dem BMG sowie der BzgA und Fach- und Berufsverbänden wie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und der Bundespsychotherapeutenkammer) zu etablieren, die unsere Website fördern und empfehlen könnten. Unser Team ist hochmotiviert und verfügt über die nötigen Kenntnisse, um beide Aufgaben anzugehen. In den letzten 48 Stunden sind bereits aussagekräftige Konzepte entwickelt worden, die Ziele und Maßnahmen für weitere Projektbestandteile (insbesondere inhaltliche Ausarbeitungen, (Social) Media, Fundraising und Kooperationen) definieren. An diesen möchten wir gemeinsam als Team im Anschluss an den Hackathon weiterarbeiten. Dennoch benötigen wir finanzielle und weitere Unterstützung in Form von Kontakten und Expertise, damit MentalMentor nachhaltig und dauerhaft Menschen präventiv und in Krisensituationen helfen kann. Diese zu mobilisieren ist die dritte Herausforderung.

Zugang der Website

Unsere Website ist bislang nur ein erster Aufschlag. Aus rechtlichen Gründen ist sie bisher nur passwortgeschützt sichtbar. Der Username ist “ansicht” und das Passwort ist “mm_2020”.

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